»Behalten Sie nur Ihren Platz, lieber Kapitän!« fiel die Baronin ein und fügte hinzu: »Ich gedenke noch später ein paar Worte mit Ihnen zu sprechen; überdies ist mir Ihre Gegenwart gerade jetzt sehr angenehm.«

Der Chevalier trat ein und begrüßte die Baronin mit der höchsten Ehrerbietung, und es schien ihm große Freude zu bereiten, in dem Kapitän einen Freund des Barons kennen zu lernen.

»So darf ich mich offen zu Ihnen aussprechen meine Gnädigste, und das ist mir außerordentlich lieb, denn ich habe an Ihrem von mir so hoch verehrten Sohne ein Unrecht gut zu machen und hoffe mir dadurch auch zugleich Ihre so schätzenswerthe Gunst wieder zu erwerben, die Sie mir in der letzten Zeit, und leider mit Grund! ein wenig entzogen haben,« bemerkte der Chevalier und küßte die Hand der Baronin.

»Das klingt ja in der That sehr erfreulich!« fiel die Baronin überrascht und geschmeichelt ein, und fügte hinzu: »So erklären Sie mir, mein verehrter Freund, welchem glücklichen Umstande ich einen so schönen Erfolg verdanke.«

»Lediglich der Gnade unseres Fürsten,« bemerkte Boisière mit Betonung.

»Wie, dem Fürsten?!« fragte die Baronin erstaunt und meinte dann: »Ich verstehe nicht, mein Freund.«

»Ich glaube es; denn auch ich vermag die Ursachen nicht zu ergründen, welche den Fürsten so plötzlich bestimmt haben, Ihrem Sohn zu verzeihen und ihn wieder an den Hof zurück zu rufen.«

»Das hat der Fürst gethan?!« fragte die Baronin in der freudigsten Ueberraschung.

»Ja, meine Gnädigste, es ist so, und Serenissimus haben mich aus guten Gründen ganz besonders ausersehen, Ihnen dieses Handbillet zu übergeben und dabei mitzutheilen, daß dasselbe die Begnadigung Ihres Sohnes enthält.«

»O, mein Gott, welche große Güte!« rief die Baronin, indem sie das offene Schreiben empfing und die darin enthaltenen gnädigen Worte mit gesteigerter Freude überflog. »Nun sagen Sie, wie das Alles zugegangen ist,« sprach sie darauf.