Die erste ist die, daß er hier nichts mittheilt, als was er selbst erfahren, oder was er durch einiges Nachdenken gefunden hat; das Büchermachen aus andern Büchern, wie es auch bei Reisebeschreibungen gebräuchlich ist, will er Andern überlassen. Als Kaufmann hat er vorzugsweise für praktische Kaufleute geschrieben, hofft jedoch, daß Manches in seinem Buche auch von Andern nicht uninteressant dürfte gefunden werden. Systematische Ordnung hielt er in solchen Mittheilungen für überflüssig, er hat die Beobachtungen und Betrachtungen, wie sie sich ihm theils auf der Reise, theils von selbst darboten, dem Leser vorgelegt; wenn er daher im Verlauf der Erzählung auf einen Gegenstand zurückkommt, so geschieht es nur dann, wenn die frühere Bekanntschaft mit dem Gegenstande durch die spätere bedeutend vermehrt und wirklich ergänzt wird.

Die zweite Bemerkung betrifft die Betrügerei der Commissionaire, mit deren Enthüllung ein ziemlicher Theil dieses Buches sich beschäftigt. Möchte es dem Verfasser gelungen sein, einen tüchtigen Stich in dieses Wespennest zu thun, denn eine böse Gattung von Wespen sind die von demselben bezeichneten, die schon manchen Bienenstock um ihren Honig gebracht haben. Daß der Verfasser nicht alle Commissionaire zu jenem Wespengeschlecht zählt, wird wohl jedem Vernünftigen von selbst einleuchten. Auch die Johann und Cosmus von Medici, so wie die Fuggers in Augsburg, waren einst Commissionaire, aber zugleich was für treffliche, hochgesinnte Männer! Auch die Rothschild’s sind durch den höchsten Grad der Rechtlichkeit zu der hohen Stellung gelangt, die sie jetzt einnehmen. Daß der Verfasser ähnliche Commissionaire, wenn sie auch nicht so angesehen und reich sind, nicht in seinen Tadel einschließt, versteht sich von selbst. Daß er aber die Mysterien jenes Wespengeschlechts schonungslos zur Publicität bringt, so jedoch, daß er alles Gesagte mit schriftlichen Documenten belegen kann, dafür wird der Verfasser wohl keinerlei Entschuldigung bedürfen, er glaubt vielmehr, auf den Dank einsichtiger Geschäftsleute rechnen zu dürfen, und dies um so mehr, da er hauptsächlich, um diesen zu nützen, seine Erfahrungen mittheilte.

Selten erscheinen praktische Kaufleute in der Reihe der Autoren, denn haben sie gute Geschäfte gemacht, so haben sie Gründe, dies nicht der Welt bekannt zu machen, im umgekehrten Falle schämen oder scheuen sie sich wohl gar. Der Verfasser hat sich von jenen zwei Ursachen der Verheimlichung nie beherrschen lassen, und da er als Kaufmann nicht länger zu praktiziren gesonnen ist, weil kaufmännische Geschäfte jetzt nichts Erfreuendes darbieten, so wünscht er, daß die zum Nutzen für angehende Kaufleute gestreute Saat gesegnet aufgehen möge.

Julius Ries.

Inhalts-Verzeichniß.

Einleitung. [Seite 1]
Ursache und Zweck der Reise. — Die Hamburger Pavillons. — Das Huller Dampfschiff und der Redacteur der Huller Times. — Die Seekrankheit als Schönheitsmittel. — Eine Flüchtige aus London und der Konstabler. — Die Reisegesellschaft. — Der Schauspiel-Director W. — Ein derber Italiener als Nebenbuhler von Lablache. — Die Reise auf Paquet- und Dampfschiffen. — Sturz des Verf. von der Cajütentreppe. — Ueble Lage desselben als Kranker in einem Schiff. — Ankunft in New-York. — Quarantaine-Revision.
New-York. [S. 15]
Beverley-House. — Fortdauernde Krankheit des Verfassers. — Englands Handel und Fabrikation im Verfall. — Wucher beim Pfandleihen. — Boarding- oder Kosthäuser. — Lebensweise in diesen. — Wein und Weinpreise in Amerika. — Gutsbesitzer und deren Hornvieh. — Beschreibung von Broad-Way. — Oeffentliche Anständigkeit und Sittlichkeit der Amerikaner. — Caffé de mille Colonnes. — Das Stadt-Hospital. — Chatham. — Waaren-Auktionen. — Nothwendigkeit einer baldigen Handelskrisis. — Musquitos. — Theater, und List, um volle Häuser zu gewinnen. — Militairische Ordre. — Einrichtung des Packhofs. — Glück des New-Yorker Brandunglücks für die Fabrikwelt. — Tabelle über die Fabrikation in den V. S. — Industrie-Ausstellung. — Prächtige Feuerspritzen. — Deutsche Kirchen und Prediger. — Behr, der mecklenburger Wollhändler.
ZweiteAbtheilung.
Havana.
Reise nach Havana, Oertlichkeit und Einrichtung daselbst. [S. 45]
Abreise nach Havana auf dem Paquet Norma. — Paßverlegenheit. — Champagner. — Permitts, oder Erlaubnißscheine zum Anlanden. — Logis. — Der Verfasser miethet eine Kammer, welche wegen der vielen, in derselben sich aufhaltenden Thierarten mit Noah’s Arche zu vergleichen wäre. — Place des Armes. — Oeffentliche Promenade der Havaneserinnen. — Havana’s Straßen, Volanten, Gefahr auf den Straßen durch diese. — Ladendiener für Damen, und deren Art beim Einkaufen. — Häusliche Einrichtung und Sclaven-Einkauf hierzu. — Havanesische Kochkunst. — Mahlzeiten und Sclaven-Bedienung hierbei. — Vergnügungen der Sclaven am Weihnachts-Feste.
Ueber die Handels- und Geschäfts-Verhältnisse in Havana. [S. 59]
Der deutsche Commissionair M. — Waarenunkunde der Commissionaire; ihre Lebensweise. — Die Mercadere. — Importation auf Cuba. — Europäische Facturen sind für die Commissionaire überflüssig. — Detailleurs, Hausirer und Lotterie in Havana. — Geldmangel, hoher Zinsfuß und Waaren-Ueberfluß. — Vorschlag, um dies Uebel für den europäischen Handel nach Westindien zu heben. — Ein Beispiel von der Verfahrungsweise der Commissionaire beim Abrechnen mit Europäern. — Merkwürdig wohlfeiler Waarenverkauf. — Der übermäßige Gewinn beim Sclavengeschäft. — Import des Mehls auf Cuba. — Procedur des Verfassers gegen die schlauen Commissionaire. — Advokaten, Prokuratoren, Stempelpapier, lange und theure Prozesse. — Der Verfasser muß Sclavenhändler werden. — Unverschämtheit der Commissionaire in Anrechnung der Kosten. — Der Commissionair M. will, daß der Verfasser einen um das doppelte erhöhten Zoll bezahle. — Des Verfassers Prozeß. — Edles Betragen der Spanier und des englischen Consuls hierbei. — Wuth und Schlauheit der Gegner. — Bemühungen des Verfassers, die Zoll-Defraudationen von Seiten seines Commissionairs zu ermitteln. — Humanität und Gefälligkeit des Gouverneurs hierbei. — Hinhaltendes Verfahren der Zollbeamten gegen dieses Unternehmen. — Der Betrug kömmt endlich bestimmt zu Tage. — Revenuen der Insel Cuba. — Ueber die Veruntreuung, und Straflosigkeit solches Betrugs. — Der Verfasser überreicht dem Gouverneur einen Aufsatz über Verbesserung der Douanen. — Specificirte Rechnungen und Nachweisungen über die von Moyer und Dakin erpreßten Summen. — Unkosten von Waarensendungen nach Vera-Cruz. — Forellen und französische grüne Erbsen in Havana aufgewärmt, à 1½ Piaster eine Portion. — Contrast der Franzosen und Deutschen in Havana. — Ueber Meta-Geschäfte nach- und von Westindien. — Ueber die niedrigen Preise der Colonial-Waaren in Europa. — Verkehr in Havana mit den V. S. — Wechselgeschäfte. — Einfuhr von Mehl, Rindfleisch, Fettwaaren etc. etc.
Ueber die Feste und Vergnügungen der Havaneser. [S. 107]
Der Carneval. — Fortuna. — Austern und Backenbärte. — Rekrutirung der Weinflaschen in den Restaurationen. — Sonderbare Anwendung der Suppenlöffel in Havana. — Was verstehen die Havaneser unter gutes Essen? — Chirurgische? Operation einer Negerköchin. — Das Stiergefecht. — Die Stadt Redler, das Wachs-, Honig- und Melasse-Geschäft daselbst. — Prozessionen. — Der Havanesische Kaiser Napoleon. — Die italienische Oper, des Verfassers Wirthin im Zorn, wegen dessen Gleichgültigkeit dafür. — Redouten. — Bal-masque romantique und Redoute romantique. — Der Redouten-Saal, die Masquen-Ordnung und die Masquerade in der Orangen-Allee. — Der Sclaven-Carneval. — Ueber die Sittlichkeit der Spanier. — Der nach Havana verpflanzte Appellations-Gerichtshof und das Reichspettschaft hierzu. — Abendgesellschaften in Havana und die Priesterinnen der Venus. — Illumination nach der Form europäischer Straßenbeleuchtung. — Satirischer Aufzug. — Das Osterfest. — Sehr schöne spanische Sünderinnen. — Der Charfreitag und die Prozessionen an diesem Tage. — Deutsche und englische Commissionaire wetteifern im richtigen Abtragen der Zollgefälle. — Etwas über die Behandlung der Tabacksblätter. — Die Hökerläden in Havana. — Des Verfassers Abreise nach New-Orleans. — Dessen Betrachtungen über die Reisegesellschaft, und über die Entfernung vom mexikanischen Golf bis zum Obi in Asien.
DritteAbtheilung.
UeberdieVereinigtenStaaten.
New-Orleans. [S. 138]
Kauf eines Bull-dogs für einen Bologneser. — Hotels. — Gebäude in New-Orleans. — Börse. — Abreise nach Louisville. — Das Tabacks-Kauen. — Fahrt auf dem Mississippi, Schönheit dieses Flusses. — Die Feuersgefahr bei Dampfschifffahrten. — Die Live-presserver-Uebersicht der Quantität Holz, die auf den Fahrten verbraucht wird. — Die Urwälder in den V. S. — Vergleiche der Bewohner am Mississippi und Obi in Asien. — Tabelle über die Production der Baumwolle in den V. S. — Einrichtung auf amerikanischen Dampfschiffen, Lebensweise, Uebelstände beim Schlafengehen, beim Ankleiden des Morgens, beim Waschen u. s. w. — Fruchtbare Kraft des Mississippi-Wassers. — Ankunft in Louisville. — Lage der Städte. — Cincinnati, die deutschen Waarenhändler und das Speditions-Geschäft daselbst. — Die deutschen Auswanderer und deren Commissionaire. — Pittsburg. — Besuch der Glasfabrik. — Das Gefängniß, Schiffe, snag-boats, Baumwollspinnerei, Brücken, Tuchfabrikation, Canalböte, Treckschuten und Gefahr bei den Brücken. — Inzwischen-Reise über sehr hohe Gebirge auf Eisenbahnen. — Der Fluß Susquehannah. — Eisenbahnfahrt von Harrisburg bis Philadelphia. — Einrichtung dieser Dampfwagen. — Fleiß der Deutschen bei Philadelphia. — Ankunft in dieser Stadt. — Gebäude, Wasserwerk etc. — Reise nach New-York. — Rückblick auf die Neger.
VierteAbtheilung.
Ueber das Treiben im englischen und amerikanischen Handel. [S. 174]
Fest der Gründung der Unabhängigkeit. — Parade und Festzug. — Amerikanische Bankgebäude. — Englands Lage in der merkantilischen Welt. — Ursachen, warum England für reich gehalten wird. — Entstehung der Banken in England. — Englands Welthandel. — Ein Tagelöhner als Theilnehmer am Welthandel durch Hülfe der Banken. — Zustand des Waarengeschäfts in New-York. — Ueber Amerika’s Handelsbilanz. — Tabelle über Ein- und Ausfuhr und Revenuen. — Wozu werden diese verwendet? — Arbeit des Congresses in dieser Hinsicht. — Rußland und Preußens Verfahren als Vergleiche hierbei. — Rußlands Fabriken. — Der Zollverband, und Preußens Cassen-Anweisungen. — Czar Wassilrewitsch, Peter der Große, und der Kaiserin Catharine Verfahren beim Bankwesen. — Was sind amerikanische Banken?
Oertlichkeiten von New-York, Volkscharakter, Abreise und Ankunft in Hamburg. [S. 203]
Besuch des Criminal-Gerichtshofs. — Der Uhrenhändler. — Die Lage der deutschen Auswanderer — deren Commissionair Wolff. — Nothwendigkeit des Praktischen in Amerika. — Das Praktische im Müßiggange. — Spazierfahrt nach Staten-Island. — Der sanfte Polizeibeamte. — Die Loafer. — Der Prediger Försch. — Die Bierkneipe Shadow. — Der Castle-Garden. — Die Badeanstalt. — Theaterbesuch. — Ueber die Fortschritte der Seiltänzerkunst. — Vergnügen in New-York. — Anzahl und Macht der Journale. — Charakter der Amerikaner. — Ueber die Geldbegierde derselben. — Nothwendigkeit einer Unterscheidung der verschiedenen Nationen. — Licht und Schatten des Reisens in Amerika. — Besuch des Redakteurs. — The Morning Herald. — Sonderbarer Irrthum in Bezug auf des Verfassers Person. — Festliche Abreise auf der Brittish Queen. — Herrliche Einrichtung und Bewirthung. — Beschwerlichkeit der Zoll-Revision in London. — Reise nach Hamburg auf der Caledonia. — Ankunft daselbst. — Ueber die Dampfschifffahrt zwischen London und Hamburg. — Hannover zum Zollverbande.

Einleitung.