Am zweiten Tage zerbrach eine Maschine dieser prächtigen Caledonia, dennoch kamen wir weit rascher vorwärts als auf der Hinreise nach Hull mit den geschwinden zwei Maschinen der Rob Roy. Bald freute ich mich zu sehen, daß die hamburgischen Bootsleute noch gesund waren, uns rasch der Caledonia entführten, und bald überzeugte ich mich, daß sie den Werth der holsteinischen Zwei-Drittelstücke noch kannten, dies auch leider schwerlich bald verlernen werden.
Da saß ich nun endlich wieder an der table d’hote bei dem freundlichen Wirth des Hotels St. Petersburg in der Mitte von Hamburgern. Wie ich schon früher wiederholt gethan; so nahm ich auch jetzt Gelegenheit, gegen das Verfahren der hamburger Regierung bei der Brief-Versendung nach England mich dahin auszusprechen: „daß es weit sicherer und zugleich auch vortheilhafter für Deutschland sein müsse, seine Correspondenz statt in einem für Reisende ganz ungeeigneten Dampfschiffe, lieber in einem von Hamburg aus besser ausgerüsteten, unter Aufsicht des Hamburger Postamts, befördert zu wissen. Dadurch würde der englischen Regierung das Amt eines General-Postmeisters für diesen Theil der deutschen Schifffahrt streitig gemacht und auch der Willkühr der general steam-navigation-Company in Erhebung des Passage-Geldes Schranken gesetzt.“ Obgleich die Zuhörer mir beipflichteten, so bin ich doch überzeugt, daß es beim Alten bleiben wird, weil in Hamburg in einem weit höhern Grade gemeiner Geist als Gemeingeist herrscht, was wohl dem Umstande zuzuschreiben ist, daß es auch daselbst zu viele Commissionaire giebt. Es wird Manchem unglaublich scheinen, wenn ich versichere, daß die größere Hälfte der Bevölkerung auf direktem oder indirektem Wege von Commissionsgeschäften nicht allein leben, sondern auch groß leben und zwar nicht selten 3–4 Familien von einem und demselben Geschäft. Da giebt es Quartiers-Leute, Litzenbrüder, Mäkler u. s. w. in Legionen, welche Alle zur Erhaltung der Commissionaire auf das kräftigste wirken. Wer diese Wirksamkeit belohnen muß, ist sehr klar. Sollte indeß Hannover dem Zollverbande einstens beitreten, welches für diesen höchst wünschenswerth sein muß, weil er durch Embden einen Landungspunkt in der Nordsee erlangte, so dürften für Hamburg nach so viel fetten Jahren die magern nicht fern mehr sein.
Verbesserungen.
| Seite | Zeile | ||||
| 26 | 24 | statt | einem brennenden Cigarren, | lies: | brennender Cigarr |
| 33 | 3 | „ | Handelsstand bier, | — | Handelsstand hier, |
| 46 | 20 | „ | the hole in the wale, | — | the hole in the Wall |
| 52 | 2 | „ | Gäng und Gäbe, | — | Gang und gebe |
| 64 | 25 | „ | 40 Millionen, | — | 140 Millionen |
| 66 | 19 | „ | Umstände, | — | Bestände |
| 67 | 30 | „ | aus Spekulation, | — | auf Spekulation |
| 74 | 33 | „ | aufgetrieben, | — | aufgerieben |
| 75 | 19 | „ | 95 Piaster, | — | 98 Piaster, wie S. 1. |
Gedruckt bei A. W. Hayn.
Fußnoten:
[A] Anmerkung. Es ist dem Verfasser nicht unbekannt, daß in den geographischen Handbüchern die Einwohnerzahl Cuba’s weit größer angegeben wird; allein bestimmt läßt sich dieselbe nicht angeben, da eine Zählung fast unmöglich ist; und nehmen wir auch an, daß sie früher über 900,000 Einw. betragen hätte, so sind doch an der Cholera 150–200,000 Menschen, besonders Neger auf Cuba, gestorben, die noch nicht ersetzt sind, indem die erforderlichen Kapitalien dazu fehlen.