Herr Brauns gab dem Gespräch eine andere Wendung, mehr nach launigen kleinen Geschichten hin, bis Herr Butsch durch das viele Freudenbier zu aufgeräumt wurde.

Als wir aufbrachen, versicherte die Krausen, sie hätte lange keinen gemüthlicheren Abend verlebt, als den heutigen; wann wir uns wieder treffen wollten?

»Nächstens«, entgegnete ich, »aber lassen Sie's mich vorher wissen.«

An dem schadenfrohen Lächeln ihrer Larve sah ich, daß sie erkannte, wie ich es meinte, nämlich nicht in die la main. Nun war sie zufrieden, nun sie wußte, daß ich durch ihre Spinnenumgarnung hineingelegt worden war, und machte sich an die Ungermann, mit der sie ein Herz und eine Seele wurde. Da hat sie ihr, mir zum Schabernack, auch noch die Nähmamsell nachgewiesen. Meine Zuversicht ist: der liebe Gott sieht durch die Finger, aber nicht ewig.

Zu Hause angelangt, fragte ich Ottilie, warum sie so gänsehaft dagesessen und nicht ihre wissenschaftliche Unterhaltungsgabe in die Bresche geworfen hätte, der Krausen den Giftschnabel zu stopfen?

»Ach,« seufzte sie, »Herr Brauns ist zum Verzweifeln schön.«

»Der geht Dich nichts an, Du hast Dich ja schon für Kriehberg entschieden. Troll Dich, Du bist müde. Dir fallen ja schon die Sehluken zu. Ich habe noch stundenlang zu arbeiten.«

Sie verduftete seufzend und ich setzte mich vor das Papier, aber es wollte mir nicht gelingen, den vorherigen Schwung zu erreichen. Ins Wasser gefallen ist der stolzeste Adler, ebenso klatrig, wie ein nasser Spatz. Ich marterte mein Gehirn umsonst. Und dazu die letzten Erlebnisse. Es kribbelte nur so in mir.

Mein Mann kam. »Wilhelmine, willst Du Dich ganz aufreiben? Es ist nachtschlafene Zeit. Sei vernünftig, Kind, und leg' Dich.«

»Bette mich in Daunen vom Zephyr, was die Krausen mir angethan hat, hält mich wach wie Distel und Dorn, selbst im Grabe. Die Person ist noch mein Tod.«