In den Kunstalpen.
Warum ich immer noch nicht in das Hochgebirgspanorama, das am grünen Strand der Spree seine Schneegipfel in die von Maschinenhaus-Schornsteinen erzeugten Rauchgewitterwolken streckt und von innen Tausend Fuß höher sein soll als von außen, gelangte, das ist einfach zu sagen: Ich hatte zu viel Verdruß und trübe Aussicht in die Zukunft, war für die Alpen daher ungeeignet.
Und nun kam ich doch dazu. Morgens beim Kaffee fallen meine Blicke nämlich auf eine Anzeige: »Gesucht ein Architekt, guter Zeichner, mit praktischen Erfahrungen für N 44 Köpenickerstraße Nr. so und so.«
Mein sofortiger Gedanke lautete Kriehberg. Seine Baupläne waren noch gegenwärtig. Ich sie eingepackt und mit einem Schreiben durch einen Dreiraddienstmann an Ort und Stelle gesandt. Ein wundervolles Schreiben, worin ich ihn so dringend empfahl, daß er genommen werden mußte, falls der N 44 nur ein paar Millimeter menschliches Rühren sein eigen nannte. Er mußte, es war nicht anders denkbar.
Und an Kriehberg ebenfalls einen Eilbrief gerichtet mit dem Schlußwort: »Melden Sie sich; wer wartet, an dem rennt das Glück vorbei, man muß ihm, wie bei der Pferdebahn, entgegengehen. Auf der Haltestelle ist der Andrang zu groß. Vertrödeln Sie die Wendung Ihres Lebens nicht. Ich wünsche Ihnen das beste Fortkommen.«
Ob ich es wünschte! — Wär' er nur erst weg.