»Warum nicht? Patentirt wird vieles.«
»Die Frau scheint mir Recht zu haben,« rief ein jüngerer Mann aus einer Ecke.
»Hab' ich immer!« stimmte ich ihm bei.
»Und ich finde es nicht schön, sofort gleich zu verdächtigen, wo garnichts vorliegt. Hat die Frau denn schon eingebrochen? Und wenn sie einbrechen will, seit wann ist die Absicht strafbar? Außerdem fragt sich, ob das Ding wirklich zum Einbrechen taugt? Mir scheint es für diesen Zweck viel zu schwach gearbeitet. Ein Geldspinde bringt sie nicht damit auf. Das ist meine Meinung.«
»Aber wozu dient das Instrument denn?«
»Mir scheint es ein Briefbeschwerer,« sagte eine Dame.
»Das sieht man doch im Dunkeln,« klammerte ich mich an diesen Rettungsstrohhalm. »Giebt es etwas unnatürlicheres als Briefbeschwerer? Dazu nimmt man alte Schuhe, Hufeisen, Beile, Aepfel und Birnen, Töpfe aus Metall und Stein und worauf das Kunstgewerbe sonst verfällt.«
»Das ist wahr,« bestätigte mein Nachbar zur Linken.
»Wer die Ausstellung betrachtete, der hat auch Briefbeschwerer gesehen,« sagte ich. »Aber wer blos nach Berlin ging, um zu schwiemeln, weiß von nichts. Geben Sie mir meinen Kunstgegenstand. — Danke!«
Während ich das Unglücksgeschirr wegstopfte, begann der Herr, der sich als Ungermann's Freund verrathen hatte, auf die Ausstellung zu raisonniren: »Wer kann Alles sehen? Die Vergnügungen erdrücken die Industrie.« — Und was der nicht wußte, ergänzten Andere.