»Viel, sehr viel. Nur einige Zeilen an mich, daß weder Ottilie noch Kriehberg Baares von Ihnen zu erwarten hat.«

»Nein.«

»Ja! Und zwar eine Bescheinigung von Ihrem Renteninstitut. Es muß sein.«

»Muß?«

»Tante Lina, ein Leben mit unerfüllter Liebe ist großes Weh — Sie wissen es. Doch, ohne Liebe mit Wort und Schwur gebunden sein, das ist gebranntes Leid. Nur wenn Kriehberg sein Wort zurückgiebt, wird Ottilie frei. Und sie liebt einen anderen. Dies Ihnen zu sagen, bin ich hier. Das Glück zweier Menschen liegt in Ihrer Hand. Können Sie noch zaudern?«

Sie schwieg geraume Zeit. »Wie ist das gekommen?« fragte sie.

Ich erzählte ihr Alles und sie gab genau Acht; dann sagte sie: »Ich will ihn bitten, ihn, Johannes, daß er sich Kriehberg's annimmt. Vielleicht daß er drüben sein Fortkommen besser findet, als hier. Johannes wird es mir nicht abschlagen. Er ist ja glücklich. Aber Verantwortung habe ich keine. Nein. Nein!«

Wir blieben zusammen, bis am Spätnachmittage die Post wieder abging. Ihr Rechtsanwalt schrieb den Schein, worin er beglaubigte, daß sie ihr Capital auf Leibrente gegeben hätte und nachdem diese Angelegenheit erledigt war, spendete ich das Mitgebrachte. Eine Tasse mit der Berolina darauf war ihr genehm, desgleichen eine Medaille zur Erinnerung an die Ausstellung; der Briefbeschwerer fand dagegen weniger ihren Beifall, obgleich sie nichts sagte.

»Es ist das Neueste in Nippsachen,« pries ich ihn an.