»Ick habe heute keenen Dienst!« entgegnete er.

»Er ist ja mein Breitijam,« sagte Dorette, »un als solcher hat er doch seine Pflichten. Warum ooch kommt die Frau so unprezise retour?«

»Um zu sehen, was während meiner Abwesenheit vorgeht. Wir reden morgen weiter. Und der Bräutigam ist hoffentlich satt und kann gehen.«

Er schnallte sein Seitengewehr um. »Leuchten Sie ihm, Dorette, und schließen Sie das Haus.« Ich nahm die Lampe und den Cognac an mich. Es hatte tüchtig geschafft.

Weinend ging Dorette voran. Sie fühlte sich schuldbeladen. Angemessene Verpflegung war ihr gestattet, aber keine Orgien. Und mit Lafitte fangen Orgien an!

Also mein Karl war aus. Recht heiter!

Nun zu Ottilien.

»Sei froh, Kind,« rief ich beim Eintritt, »auf Regen folgt Sonnenschein, ich bring' ihn mit für Dich.«

Keine Antwort. Ich leuchte hin: Ottiliens Bett war unberührt. Sie wird sich wohl alleine geängstigt haben und nächtigt bei der Kliebisch. — Ich hin nach dem Vorderzimmer und klopfe an. Kein Ton.

Dies war mir sonderbar. Alle miteinander aus? Nein, auf dem Sopha lag Anna Kliebisch und sägte schaudervoll. Das ist wahr, schlafen hat sie heraus. Selbst bei Tage, wenn sie so dasitzt, möchte man ihr immer zurufen: »Gute Nacht, Anna.« Doch ein bischen zu sehre Drömlade, das Kind.