»Nicht eher, als bis die Papuas ihn am Spieß braten. Er wankt nicht. Er behauptet, wir lögen ihm vor, daß Tante Lina ihr Geld fest verankert hätte und will auf Entschädigung klagen, wegen des Aufwandes, den er machen mußte, um standesgemäß mit Tante Lina und Ottilie aufzutreten.«
»Laß ihn klagen.« —
»Fritz, Alles — nur nicht vor die Schranken. Siehst Du, Richter können zu reizend sein, wie der Vetter, aber hängt ihnen den Talar um und sie sind unsicher. Paß acht, Kriehberg kriegt Recht. Er geht ans Reichsgericht. Das spricht ihm Ottilie zu und mir die Kosten. Wie das noch endet, weiß ich nicht. Mir steht der Verstand still.«
»Das merke ich. Warum legst Du dem Vetter den Fall nicht vor?«
»Der hat Ferien und will sich amüsiren.« —
»Wer sagt denn, daß er sich nicht darüber amüsirt?« —
Es kam mir eine Erleuchtung. Die Vorsehung will es, warum hat sie uns sonst einen Amtsrichter in die Verwandtschaft gebracht? Auch sind Ferien ohne jegliche Thätigkeit ungesund.
Mir wurde licht und froh im Sinn, gerade so als wenn man sich in fremder Umgebung verlaufen hat und sieht plötzlich ein Wirthshaus. Wir eilten den Anderen nach, die die Hospital-Einrichtung des Tropenhauses in Augenschein nahmen.
Bei all dem Obst und den Fieberlüften, den Ameisen und Gewürmen und Kämpfen können Krankheiten nicht ausbleiben und da ist denn der »Deutsche Frauen-Verein für Krankenpflege in den Kolonieen«, der in hilfreichster Weise für die Siechen in dem fernen Land sorgt, wo nichts zu haben ist, was Leidende benöthigen. Wie es in den Kolonieen zugeht und wie die Frauen hier nun thätig sind, das erfährt man aus der Vereinsschrift »Unter dem Rothen Kreuz«, die ich sofort bestelle. O, wie viel können wir da wirken für unsere Landsleute und für die Schwarzen. Güte bindet fester als Gewalt.