»Sonderbar, und doch kämpft er mit Schwierigkeiten?«
»Wo soll er hier seine Kräfte entfalten? Aber drüben in dem freien Lande wird er Bedeutendes leisten.«
»Freut mich. Die Dame nimmt innigsten Antheil an ihm... wie eine Mutter.«
»Das fiel mir nie auf. Aber wer weiß?«
Er schwieg.
»Sie spricht nicht über ihre Vergangenheit,« fing ich an. »Und doch spürt man aus Allem, daß sie ein verlorenes Leben betrauert. Deshalb ist sie mitunter so verbittert, und wiederum weich zu anderer Zeit. Ist es ihr Wunsch, dem jungen Mann fortzuhelfen... ich würde ihn erfüllen, wenn es an mir läge... so bald wie möglich... vielleicht ist es die einzige Freude, die sie noch hat. Sie glauben nicht, wie ich ihr dies nachfühle.«
»Das macht Ihrem Herzen Ehre,« sagte Herr Johannes Viedt.
»O, bitte.« — Wie er sich wohl meine Erröthung deutete?
»Wo ist der junge Mann? Von Ihnen würde ich Auskunft erhalten...«
»Sagte Tante Lina? Ja, das habe ich ihr versprochen. Ich werde Ihnen Herrn Kriehberg senden.«