Allerdings: Kein Fest ohne Vergnügen. Ist jedoch die Ausstellung blos zur Erheiterung der Mitbürger in die Welt gesetzt? Nein, sie will zeigen, was Berlin als einzelne Stadt und zwar als die Hauptstadt des Reiches in Gewerbe und Industrie zu leisten vermag. Sie legt gewissermaßen eine öffentliche Prüfung ab, damit sie zur Einsicht kommt, wo sie mit Glanz besteht und wo es noch nicht genau genug ist. Wenn Einer fühlt, daß er was kann, wächst ihm der Muth, noch mehr zu können und es giebt Traute. Und wer sich überzeugt, daß zugelernt werden muß, findet auch den Lehrmeister. Mancher kümmert sich in Folge dessen vielleicht weniger um Politik und Partei und gewinnt mehr Zeit für Vervollkommnung in seinem Fach.

In diesem Nachdenken störte mich Onkel Fritz mit einer Zeitung aus London, worin zu lesen war: der Patriotismus des Deutschen bestände in der Vorliebe für die Länder anderer Völker und sähen diese noch so sehr auf ihn herab.

»Was soll ich damit?« fragte ich.

»Dir's zu Gemüthe führen.«

»Fritz, sie booßen sich, daß Deutschland in Handel und Industrie so bedeutend und selbstständig geworden ist, daß sie's spüren. Wem aber der schimpfliche Tadel paßt, mag ihn sich anziehen und sehen, wie ihm die Hausknechtsjacke sitzt. Es giebt ja leider Fremdlandslakaien.«

»Ich dachte, Du würdest einen großen Transch machen.«

»Bitte, bleibe bedeckt. Was verschlägt das? Sie hören's ja nicht. Aber weißt Du, von Treptow aus weht ein frischer Wind in Deutschlands Segel: paß acht, wie flotten Kurs es nehmen wird. Dann haben sie die gebührende Antwort.«

»Und doch hat sich nicht die gesammte Industrie Berlins betheiligt, es fehlen viele große Nummern.«

»Das nächste Mal machen Alle mit; das ganze Reich macht mit; die ganze Welt macht mit.«

»Wenn Du meinst?«