Ich war Willens, den Bericht mit sachlichem Ernst zu beginnen, aber du lieber Gott, sonne Architektur! Man hat wohl Tinte in der Feder, schöne schwarze Tinte und stippt nochmal ein und nochmal, aber Bauliches fließt nicht heraus. Man sinnt und stippt wieder ein. Allein schon die Ueberschrift. Eine gute Ueberschrift ist der halbe Aufsatz. Soll man sagen: »Ueber Gebäude« oder »Architektonische Wanderungen« oder »Sommerwohnungen des Gewerbes« oder »Vom Palast zum Wigwam«, um die Wilden mit hineinzunehmen und gleich das Mächtige des Hauptrestaurants anzudeuten? Nicht schlecht schien mir: »Die Wunder des Gipses.«
Nach langer Ueberlegung entschied ich mich für »Das Häusliche auf der Ausstellung«, weil mit Haus alles bezeichnet werden kann, sowohl die Moschee wie der Katalog-Kiosk und wollte grade losorgeln, als Tante Lina und Ottilie zurückkehrten.
»Schon?« fragte ich.
»Ueber eine Stunde ist genug,« antwortete Tante Lina. »Blos Geld verfahren, dazu hat man es nicht.«
»Und wie gefällt Ihnen das neue Berlin?«
»Berlin?« fragte sie nach. »Man sieht ja nichts von Berlin. Nein, ich kann nicht sagen, daß ich was von Berlin gesehen hätte.«
»Hat der Kutscher sie denn um die Stadt herum gefahren?«
»Das glaube ich nicht.«
»Und Du, Ottilie, Du freutest Dich doch so ungemein auf die Fahrt. War sie denn nicht entzückend?«
»O ja,« antwortete sie, als wäre das Ja eine Gummistrippe.