Emmi wollte Petroleum ins Feuer gießen, weil sie doch die Range nicht auf Fritzen sitzen lassen konnte, aber ich rief: »Wenn Jemand Schuld hat, bin ich es,« und entfernte mich mit Tante Lina. Es half jedoch kein Bitten und Beten, sie war zu aufgebracht und ließ keine Entschuldigung gelten.
Auf ihren Wunsch blieb Ottilie bei ihr, packen zu helfen, und wir karawanten nach Treptow.
Unterwegs machten mir Emmi und Betti Beide Vorwürfe: Was der Sanitätsrath sagen würde, wo ich doch hätte wissen müssen, daß die Tante den Knaben unbedingt etwas ausgesetzt hätte und sie deshalb ganz anders zu behandeln gewesen wäre. Die Butschen meinte, selbst im Schauspielhause fielen Stücke durch, ich hätte mir es wohl anders gedacht, wie es hinterher kam.
»Sie verstehen mich, Frau Butsch,« entgegnete ich. »Meine Absichten waren lauter und rein.«
»Wieviel hat die Olle denn?« fragte sie.
Ich war zu zerklüftet, um sie zurechtzustoßen.
»Mama,« sagte Emmi, »denke Dir, ich habe meine Börse vergessen. Du bist wohl so gut und legst aus?«
»Ich bezahle Alles!« erwiderte ich ergebungsvoll. — Durch diese Versicherung wurden sie heiterer und dachten nicht mehr so nagend und anhaftend an Tante Linas Testament. Und war es so bombensicher, daß sie die Enkel hineingenommen hätte, auch wenn nichts passirt wäre? Denn erstens ist die Verwandtschaft nur weitmaschig und zweitens: wenn irgend ein Viedt Wittwer wird... sie ist im Stande, in den heiligen Ehestand hineinzuschliddern.
Betti und Emmi wollten erst nach dem Damenheim, wo die neuesten Moden alle acht Tage wechseln, und dann mit den Kindern nach den wilden Thieren; die Butschen hatte ihren Beiden versprochen, den Walfischkopf in der Fischerei zu zeigen, worüber Uneinigkeit auszubrechen drohte.
Unter lebhaftem Für und Wider langten wir an. Ich löste die Eintrittszettel. In Summa fünf Mark.