Der folgende Solowagen war auch zu klein.

»Wir lassen uns unser Geld wieder geben,« sagte Emmi ärgerlich.

»Von wem denn? Von dem Automaten? Der ist, wie die Steuer, nicht auf Herausrücken eingerichtet.«

»Wir müssen suchen, einzelnt mitzukommen und treffen uns bei den wilden Thieren,« schlug die Butsch vor.

Und so geschah es, wenn auch nicht gleichmäßig hintereinander, sondern je nach der Ueberfüllung in mehrfachen Abständen. Schließlich war ich allein die letzte, die eine Stehgelegenheit auf der elektrischen Ortsveränderung heranlauerte.

Die Fahrt war beharrlich genug, um an Tante Lina zu denken. So in Bitterniß scheiden.... das wurmte mich und gar zu gerne hätte ich sie wieder gut gehabt. Nicht wegen ihrer Groschen — nein. Aber wer weiß, ob wir je wieder zusammenkommen und wir haben den Groll nicht begraben, bis es zu spät ist. Ich hätte doch wohl bei ihr bleiben müssen? Aber ich hatte den Kindern doch auch den Nachmittag versprochen.

Die kleinen Lämmer — sie waren in ihren weißen Anzügen ganz wie Lämmer — freuten sich, als ich endlich anlangte. — »Wo bleibst Du, Mama?« schalt Emmi. »Wir stehen hier wie die Narren.« — »Kind,« entgegnete ich, »warum verdrießlich über so kleines Ungemach? Es giebt Schwereres, als ein bischen warten in schöner, freier Natur. Aber kommt.«

Der Hagenbeck'sche Thiercirkus war justement zu einer neuen Vorstellung geöffnet. Für drei Mark fünfzig bekamen wir Plätze, von denen der große runde Käfig gut zu sehen war. Die Kinder saßen vor uns und planschten in Erwartungswonne. Und als es los ging, als drei Seehunde gebracht wurden, die Pfeife rauchten, eine Wiege schaukelten und Pistolen abschossen, brach heller Jubel bei ihnen aus.