»Rauchen die Seehunde immer?« fragte Franz.

»Nur wenn sie müssen,« sagte Emmi. »Sie sind abgerichtet.«

»Ist Papa auch abgerichtet?«

»Dummes Zeug. Papa raucht zum Vergnügen.«

Die beiden Jungen warfen sich Blicke zu, aus denen ich entnahm: Nächstens spielen sie Papa oder Seehund, je nachdem ihnen der Tabak bekommt.

Vier Elephanten machten darauf ihre Kunststücke bewunderungswürdig. Ich bin überzeugt, es giebt Menschen, die nie lernen, auf Weinflaschen spazieren zu gehen, wie diese unvernünftigen Creaturen, oder es liegt am Erziehungswesen, daß sie hoffnungslos bleiben. Der Elephant kann solche Kunst in seiner Heimath allerdings nicht verwerthen, aber man sieht doch, was ihm beizubringen ist. Und wie viel muß der junge Mann sich einrammen, ehe er einjährig dienen darf. Und doch sollen zuweilen Professoren sich anmaßen, mehr wissen zu wollen als ein Einjährig-Freiwilliger.

Nun kam die Glanznummer. Hunde, schöne deutsche Doggen, sprangen herein. Drei Löwen folgten, zwei Tiger, zwei Jaguare, zwei Bären, ein Eisbär. Die setzten sich in der Runde, jeder auf sein Brett und der Bändiger ging mitten unter sie und ließ sie arbeiten. Ein ausgewachsener Königstiger fuhr Zweirad, ein anderer lief auf einer Kugel, ein Bär tanzte aufrecht gehend Seil, kaum wiedererzählbar unwahrscheinlich und doch ohne Augenverblendung. Ein Löwe fuhr auf einem Wagen, mit Krone und Purpurmantel angethan, von zwei Tigern gezogen und zuletzt bildeten alle Thiere, auf Säulen vertheilt, eine malerische Gruppe, worin der Eisbär oben lag, der vorher nie ruhig auf seinem Platz blieb, sondern die anderen wohlerzogenen Mitwirkenden störte und anschnauzte und von ihrer Pflicht abzulenken suchte.

Ich dachte mir mein Theil. Starker Wille und Unbeugsamkeit mit Güte und richtiger Erkenntniß zwingen selbst wilde Raubthiere zu friedlichem Zusammenleben. — Aber ohne einen Stänker geht es auch hier nicht ab.

Wir waren alle hochbefriedigt, nur die Kinder wünschten noch mehr Löwen und Tiger, gaben sich jedoch, als es hieß, nun gehen wir zu den Aeffchen.