„Aber sage mir nur, warum ließ der Sultan von Darkulla die weissen Weiber morden, wie du vorhin erzähltest?“

Er hatte Krieg mit einem Fürsten in Habesch, der ein Nazaräer ist. Seine Krieger wurden geschlagen, und der Feind nahte der Hauptstadt. Damit nun ein ungläubiger Hund sich nicht seiner Weiber erfreuen sollte, ließ er sie sterben. Kurz darauf aber wurden die von Habesch zurückgedrängt, und dem Sultan reute, was er gethan.

„O weh, giebt es in dem Lande oft Krieg?“

Immer. Mit einem Nachbar hört er auf, mit dem andern fängt er an.

„Verkaufe mich wohin du willst; nur nicht nach Darkulla.“

Das wird sich finden.

Signor Perotti ließ nun seine Kameele dicht hinter Musas Zuge folgen, und ging oft neben dem Dromedare her, worauf Flore saß. Da gabs nun Unterredung genug über das herrliche Vaterland Europa.

Perotti forderte die Französin auf, überall wo sie hinkäme, nach Isabellen zu forschen. Sollte sie etwas von ihr in Erfahrung bringen, so mögte sie nach einer von den Städten, wohin Caravanen gehen, Nachricht davon geben, er werde sodann durch Kaufleute es schon wieder erfahren.

Flore sagte: Heucheln kann ich nicht. Gesetzt ich träfe Isabellen, und ich, eine eingekerkerte Sklavin vermögte etwas, so sollte Coutances sie zurück erhalten, aber nicht ihr.

Perotti rollte die Augen. Warum nicht ich?