B. Werden sie meine aufrichtige Antwort nicht Anmaßung nennen?
A. Ich errathe — Universalität.
B. Im ganzen Umfange den Begriff nehmen, hieße Unsinn, man kann ihm aber auch eine bescheidne Gränze ziehn. Ich läugne ihnen nichts. Poesie hat mich von jeher angezogen, und dennoch gewann sie mir keine Vorliebe ab. Von einer Epopee begeistert, frag ich die Geschichte, ob nicht noch unbefangene Helden vorhanden sind, und mit dem Spötter in kurzen Worten, übe ich Fertigkeit in Sinngedichten. Das Schauspiel ergreift mich gewöhnlich lebhaft genug, um bei der Heimkehr von der Bühne, auf neue Cannefasse zu denken; selten lege ich einen Roman aus der Hand, ohne Charaktere und Lebensverkettungen origineller Art, vor den innern Blicken zu sehn; oft überrascht mich die Leichtigkeit, womit ich das Gedankenspiel vom Bestehenden, hinaus ins noch unbekannte Gebiet trage, womit ich mir Philosophie des Geschmacks aneigne, kritische Gebäude aufführe, Lehrplane des Schönheitgesetzes entwerfe, — doch ich breche ab. Da haben sie mich, wie ich bin. Erheben sie die strafende Stimme.
A. Kraftgefühl der Jugend soll man aufmuntern, nicht schelten. Doch wie ich sehe, bedarf es eben der fremden Anreitze bei ihnen nicht.
B. Diese Bemerkung mahnt mich dennoch, in meinem Innern den lebendigsten Trieb zu suchen.
A. Wohlan! Ihre Zwecke, indem sie als Schriftsteller auftreten wollen, sind doch wohl — Einmal zu nützen —
B. Sagen sie vor der Hand zu vergnügen, zu rühren —
A. Das kann nützen. Dann wird es ihnen selbst um die Freude unter der Ausarbeitung, um die Wollust des Erfinders, wie Schiller spricht, zu thun seyn.
B. Dieser Egoismus — wäre er zu tadeln?
A. Ich wüßte nicht. Ferner wird es ihnen schmeicheln, auf dem Wege der Wissenschaft, in einem größeren Umkreise von Menschen bekannt zu werden, als der enggezogene des gemeinen Lebens.