Hier entließ er sie, und ein Diener brachte gleich darauf eine artige Mütze, wie sie die Franken im Lande tragen dürfen. Flore händigte den Turban dafür aus, nachdem die Steine auf die Seite geschafft waren.

Gleich danach wurden die Zelte abgebrochen, und Reise ging weiter.

Flore machte sich nun Vorwürfe, daß sie nicht des milden Augenblicks gewahrend, den Bei um Erlaubniß gebeten hatte, den Weg nach Cairo nehmen zu dürfen. Indessen, dachte sie, findet sich dazu wohl eine andere Gelegenheit. Wer weiß, ob er mir nicht ein Paar Mammelukken zur Bedeckung bis an die ersten unsrer Posten mitgiebt, denen ich gern reichlich lohnen will.

Sie folgte also dem Zuge, denn heimlich davonschleichen, das wollte sie nicht, auch schien das aus manchen Gründen nicht rathsam.

Man reisete schnell, und mit ängstlicher Vorsicht, immer noch einen Ueberfall der Europäer fürchtend. In der folgenden Nacht wurden Schildwachen in weiter Ferne ausgestellt, und die Hälfte der Mammelukken mußte angekleidet bei den Pferden bleiben, während die Uebrigen in den Zelten ruhten.

Flore wurde in das Zelt der Itschoglans des Bei geladen, wo sie bequem übernachtete. Ihren Esel mußte ein Mammelukkenknecht versehn. Sie war entzückt von so vieler Güte, doch entbrannten ihre Wünsche nach Cairo lebendiger.

Am andern Tage wieder schneller Marsch, gegen Mittag Rast. Flore bereitete sich schon keine Speise, in Erwartung, der gute Bei werde sorgen. Das geschah auch, und sie wurde reichlich aus seiner Feldküche versehn. Nachher mußte sie abermals vor ihm erscheinen, und er sagte ihr, daß die Frankenmütze sie vortheilhafter wie jener Turban kleide.

Sie dankte auf das verbindlichste für sein Geschenk, brachte nun aber mit Offenheit und Muth die Bitte an, sie ziehn zu lassen.

Hierauf wurde nichts erwiedert. Dagegen gebot der freigebige Muselmann, dem jungen Franken einen schönen Säbel zu reichen.

Es ging weiter. Flore war verdrießlich auf einer Seite, auf der andern aber fand sie doch, daß man ganz ausnehmend artig gegen sie sey. Vielleicht hat er mich in der Geschäftszerstreuung nicht verstanden, meinte sie, ich bitte wieder, und der gute schöne Mann erhört mich gewiß.