Darum wandte sich Flore auch nicht an den Offizier, sondern seinen schönen Begleiter, vermuthete aus der feinen Haltung, die französische Sprache würde verstanden werden, und rief: schöne Dame, retten sie mich, ich bin wie sie eine Verkleidete!

Der Offizier wurde roth, die andre Person blaß, doch stellte jener Befehle aus, die Kosaken mußten im Raub Einhalt thun, ja Ueberrock, Hut und Stiefeln zurückgeben, wofür er ihnen einige Rubel hinwarf.

Er erkundigte sich weiter. Flore fertigte einen kurzen wahren Abriß ihres Lebens, wo aber manches ausblieb, z. B. das Palais Royal, und das Königreich Darkulla; wie sie aber von ihren Begebenheiten bei der polnischen Legion sprach, erwiederte der Offizier: O davon sollst du mir noch mehr erzählen, ich bin auch ein Pole.

Flore wurde aus den Händen der Kosaken befreit. Ich verantworte alles, sprach der Offizier und nahm sie mit nach seiner Wohnung, in einem nicht weit von dem Ankerplatz, wo die Engländer lagen, entfernten Flecken.

Dort mußte nun Flore noch viel über den Krieg in Italien nachholen, und ihre Reise mit dem Herrn von Jalonski, ein Hauptmoment aus jener Zeit, kam auch zur Sprache.

Bei dem Namen Jalonski fuhren jene auf. Das ist mein Jugendfreund, rief der Offizier, mit etwas blassem Gesichte. Die andere Person erröthete, wie der Vollmond, wenn er dem Meere entsteigt.

Alles was Flore von dem Herrn von Jalonski wußte, mußte sie jetzt berichten; man nahm nicht nur den lebendigsten Antheil daran, sondern begegnete ihr nun mit lebhafter Auszeichnung, woran auch der bei ihrer Erzählung offenbarte Verstand Ursache war.

Sie bekam ein kleines besonderes Zimmer, und die Versprechung, man werde gewiß Sorge tragen, daß sie ungehindert und sicher nach Venedig oder Triest gelangte.

Schon da alles schlief, kam die andere Person noch auf Florens Zimmer, gestand, sie sei eine Verkleidete, und — Jalonski’s erste Geliebte.

Wer denkt man, daß es war? Maria Gurowska! Joseph, der russische Offizier! Nach jenem Aufstand in Warschau hatte er russische Dienste genommen, und Marie geheirathet. Jetzt stand er schon eine gute Zeit in Morea, empfand Langeweile, und schrieb nach Taurien, wo sich seine Gattin befand, sie mögte zu ihm kommen. Sie wählte Mannskleider.