Marquise. Und diese eine verheirathete Tochter —

Dupré. Sophie — nach einem Jahre wurde sie Wittwe, und verlor bald darauf auch ihre Mutter —

Marquise. Das alles weiß ich, die junge Person ist ohne Vermögen.

Dupré. Die Gräfin denkt sie an Kindesstatt zu nehmen — nun, es ist ihre Nichte, seit vier Monaten bewohnt sie dies Zimmer.

Marquise. Sie ist schön?

Dupré. Ein Engel! Eine Form, eine Blüthe, eine Harmonie der Bewegung, Madame — und siebzehn Jahr! Wie sie nun ankam, gings an ein Entwickeln, Bilden, Verfeinern; Ballettänzer, Opernsänger als Lehrer; dann Toiletten, Schmuck, Federn; kurz der Gräfin Puppe. Die Kleine schreitet zum Verwundern fort, so hold, so liebenswürdig — Frohsinn wird man eben an ihr nicht inne, aber Gefühl, Gefühl! — Madame wollte sie wieder vermählen, ausstatten —

Marquise. Daran erkenn ich ihre Güte.

Dupré. Aber das kleine Herz traf eine Wahl, ganz für sich, ohne mit Jemand zu berathen. Wir hatten ihr einen Mann gesucht — vertraulich, nicht flatterhaft, an Jahren reif — nein, nein, nein, nein! sie mögte. —

Marquise. Den Chevalier?

Dupré. Ja wohl!