Marquise. Grade dadurch erscheint sie so liebenswürdig, ihre Unterhaltung empfängt so viel Würze —

Dupré. Zu viel Madame, zu viel! Mit Kummer habe ich es oft gesagt. Sie giebt dem Frohsinn, dem gesellschaftlichen Vergnügen, zu freien Spielraum, darum wird so manche kleine Unbesonnenheit ihr Vorwurf. Der verstorbne Graf war unerträglich. Sie hinterging ihn nicht nein, aber sie hatte ihn zum Besten, immer Mißverständnisse, Entzweiung. Nun immer noch dieselbe. Kömmt es darauf an, jemand in Verlegenheit zu bringen — o wenn sie nur lachen kann; sie spielt mit fremder Ruhe, ihr Witz verwundet; ein Leichtsinn dazu, als zählte sie funfzehn Jahre. Es ist furchtbar!

Marquise. Furchtbar, der richtige Ausdruck — doch zur Sache —

Dupré. Eine kleine Geduld, ich muß noch zwei andere Gemälde —

Marquise. Aber —

Dupré. Von Personen, welche sie nie sahen. Der Chevalier von Blancé. —

Marquise. Wohl kenn ich ihn.

Dupré. Empfing ihn die Gräfin —

Marquise. Zwei oder drei Monat vor meiner Abreise.

Dupré. Achtundzwanzig Jahr, den Ruf eines Wildfangs. Madame wollte erst keine jungen Leute bei sich sehn, doch sie traf sich irgendwo mit ihm, fand ihn drollig, lachte, er hatte Eingang. Da spielt er nun Sprüchworte, macht den Erzähler, den Dilettanten der Musik, den — Verliebten. Madame lacht, sie lacht, aber ich wiederhole ihr mein: zu viel Frohsinn! — Doch hat sie eine Schwester in der Provinz.