Chevalier. (bei Seite) Himmel! Die Gräfin!
Gräfin. So angewurzelt — versteinert? Doch was fürchten sie; sagt ich ihnen nicht Verzeihung zu? Verzeihung in diesem Saal?
Chevalier. Was hör’ ich! Wie, Madame —
Gräfin. Suchen sie Sophien etwa? Sie mied, seit der Abendtafel, nicht mein Zimmer.
Chevalier. Träum ich aber? — Madame — sie — sie hätten durch die Tapetenwand —
Gräfin. Mich mit ihnen unterhalten. Ich meine, die Stimme könnte Sie nicht hintergehn. Sophiens Sprachorgan ist viel melodischer und harmonischer. Nannten sie es nicht so?
Chevalier. Madame — sie — sie! Wenn ich also Sophien anklagte, umgab mich Täuschung, warfen Irrthümer mich hin; Sophie ist unschuldig, nichts konnte sie umwandeln.
Gräfin. In der That, diese Aufwallung gewann mich. Nur aus der tiefsten, wahrhaft gerührten Seele kann sie hervorgehn. Ein anderer zeigte Bestürzung, Schaam, Verlegenheit, sie phantasiren nur mit Sophiens Herz. So, so liebt man wahr!
Chevalier. Erwach ich denn gar nicht von diesem Traume? — Rufe ich mir aber zurück, was sie sagten, begreif ich nicht, daß ich einen Augenblick hintergangen werden konnte. Welche Andere konnte mich mit einer so zauberischen Gewalt der Worte, so treffendem, geistvollem Ausdruck, so viel Grazie der Urtheile hinreissen.
Gräfin. Denken sie daran, was sie vorhin von mir sagten, und fühlen sie, wie jetzt ihr Lob in mein Ohr tönt.