Chevalier. Wer eine Rivalin wie sie bekämpfen will, muß sich in die Arme der Unwahrheit werfen.
Gräfin. Und diese Leidenschaft, die sie mir andichten —
Chevalier. Glaubt ich an den frohen Wahn, ließ ich mir eine Gerechtigkeit widerfahren, die mich mit Selbstvertrauen waffnen sollte. Theilt ich ihn Sophien mit, sollt er mir in ihren Augen mehr Werth geben. O der Mann, den sie lieben, entflammt jedes Frauenherz.
Gräfin. Sie peinigt also keine Reue, keine Verlegenheit.
Chevalier. Ich würde betroffen sein, wären sie nicht über die Gewöhnlichkeit erhaben, fühlt ich mehr Eigenliebe als Bewunderung für sie — denn die Schmach, die sie auf mich zu häufen strebten, war hart — Doch welche Fülle der Beruhigung in ihren Triumphen!
Gräfin. Artige Triumphe, sie zwei Minuten gefoppt zu haben.
Chevalier. Sie fühlten ihren Stolz nicht! Nein, die Bescheidenheit wäre zu groß.
Gräfin. Ei — Doch Apropos — Ein wenig umgewandt. Im Frack? Ohne Degen? Vortrefflich! — Schon glaubt ich an Selbstmord, wähnte in grauenvoller Ahnung die Klinge zücken zu hören.
Chevalier. Die Ohnmacht, die schauderhaften Zuckungen, die mir das Haar emporsträubten.
Gräfin. Repressalien.