Chevalier. Gefallsucht! — Ja ja, das ist das rechte Wort. Verzeihen sie, Gräfin, nur diese eitel prunkende Hülle stellten sie mir dar, es gelang mir nie, sie herzlich zu sehn.
Gräfin. Aber nein! In mir wohnte die Gefallsucht nicht, sonst würde die Szene der Tapetenwand mich ja entrüstet haben, sie sehen meinen Gleichmuth.
Chevalier. Entrüstet? Warum, warum? Sie dürfen überall den Rang fordern; Schönheit, Geist —
Gräfin. Weg nun mit aller Galanterie! Bei der Geliebten ist sie ein Simbol, nichts bedeutet sie der Freundin, der Tante —
Chevalier. (ergreift ihre Hand, um sie zu küssen.) O gefährliche, gefährliche Freundin! — — (leicht) doch warum ziehn sie die Hand zurück, das Simbol ist aufgehoben. — (wieder in Feuer) Nein nie sah ich sie! Zum Erstenmale erblicke ich diese neue, neue Anmuth —
Gräfin. Keine Unterbrechung! Ich habe ihnen zu eröffnen —
Chevalier. Zu eröffnen?
Gräfin. Daß ich endlich mich überzeugte: nur eine gewisse Sentimentalität banne Lebensfreuden; daß ich dem Scherz mit der Liebe ja meiner Freiheit entsage.
Chevalier. Wie? Gewiß? Versteh ich sie —
Gräfin. Sie sehn mich zu einer andern Heirath entschlossen —