Was konnte angenehmer sein, als auf einem solchen, durch Pferde bewegten Prahmen, zu reisen. Zwar ging die Luftpost schneller, zwar konnten die Meerfahrzeuge schwimmenden Pallästen verglichen werden, allein hier genoß man doch die Erheiterung, stets die nahe Landschaft und die Merkwürdigkeiten der Gegend zu sehen. Auch war die Sicherheit die vollkommnere, was immer das Gemüth ruhiger läßt. Unfälle blieben nicht denkbar, da auf allen Stationen der Zustand des ganzen Wagens geprüft, und das etwa Schadhafte hergestellt wurde. Das Schlimmste, was sich hätte ereignen können, wäre ein Durchgehen der Pferde gewesen. Aber dies hätte nur um so zeitiger an Ort und Stelle gebracht, denn aus der Bahn dieser Kunststraßen konnten
die Thiere nicht weichen. Sie waren zu beiden Seiten mit hohen Gittern eingeschlossen, und nöthigenfalls schnitten die vorn reitenden Fuhrleute die Stränge ab.
Es ging immer in vollem Sprung. Auf jeder geographischen Meile befand sich ein Pferdewechsel, durch Schüsse und Flaggen zeitig benachrichtigt, in der Nacht durch Feuersignale. So war das Abschirren und Anspannen das Werk einer Minute, in der man auch einen Wasserstrom über die erhitzten Räder leitete, und sie inwendig mit einem schlüpfrigen Oele versah. Reverberen brannten in der Dunkelheit zu beiden Seiten des Wegs. So kam man in vier und zwanzig Stunden gegen zwei geographische Grade weiter, aß, trank und schlief im Prahmen. Das einzige vorenthaltene Vergnügen blieb, daß man nicht die Städte und Dörfer inwendig sehen konnte, denn allerdings mußten die Kunststraßen umweg laufen.
Nach einigen Tagen langte der Wagen in Moskau an, wo sich sogleich viele gierige Käufer zu den Südfrüchten drängten, welche er geladen hatte, und die meistens frisch überkamen.
Der Umfang, die zahlreichere Bevölkerung
dieses Orts, seine großen Fabriken gaben die Vorwürfe, welche nun Guidos Aufmerksamkeit fesselten. Die meiste Betriebsamkeit war auf die Anfertigungen für die Heere gegründet, welche in der Nachbarschaft in ihren Uebungslägern standen. Hier waren die meisten Soldaten versammelt, theils der Gränze gegen Asien halber, theils, weil die rauhe Gegend sich zu ihrer Abhärtung eignete.
Mit der Werbung, Unterhaltung, Verfassung der Krieger, hatte es folgende Bewandniß:
Es galt Regel, daß jeder europäische gesunde Jüngling sich ein Jahr lang an den Waffenplätzen einzufinden hatte. Nicht Geburt, nicht erkornes Gewerbe, verstatteten eine Ausnahme. Gegen das achtzehnte oder zwanzigste Jahr, wurden sie in ihren Provinzen aufgerufen, und folgten dem Zuge zu den ihnen angewiesenen Lägern.
Sie zählten hier schon den Vortheil der Reise, und konnten bei ihrer Heimkehr sich mancher Erinnerung freuen, auch das gesehene Merkwürdige auf ihren anderweitigen Lebensberuf nützlich anwenden.
Im Lager wurden sie zunächst geprüft, ob