Ihr Feldherr gab die Hoffnung nicht auf, wandte sich nach einer andern Gegend. Guido ließ ihm aber keine Frist, fiel den Haufen von allen Seiten an. Nicht überall konnten die chinesischen Schilde decken, große Verheerungen bewirkten die europäischen Feuerröhre. Endlich traf Guido auf den Feldherrn selbst, ein innig gefühlter Wunsch. Er rief ihm zu: laß uns beide kämpfen; wer fällt, dessen Schaaren sollen sich dem andern ergeben!

Der Tatarfürst war es zufrieden und warf

seine Lanze. Sie würde, wohl zielend, Guidos Gesicht getroffen haben, wenn dieser sie nicht mit seinem Schwerte hinweggeschlagen hätte. Er schoß, dem Tatar half sein Schild. Nun gab Guido dem Pferde den Sporn, flog dicht neben seinen Gegner hin, ihm den Degen in die Seite zu bohren. Es gelang nicht, weil der Andere auch mit fechtender Geschicklichkeit den Streich abzuwenden wußte. Guidos Pferd, im Sprung, war nicht gleich aufzuhalten, der Tatar sandte einen Pfeil nach, verwundete es tödtlich, und Guido mußte auf den Boden springen.

Nun suchte der Feind ihn mit seinem Kampfrosse über den Haufen zu rennen. Ohne hohe Geistesgegenwart war Guido verloren. Doch er dachte an Ini, und fühlte neue Kraft durch seine Adern strömen. Er wich rechts und links dem schnaubenden Thiere aus, ersah den Augenblick und bohrte das Eisen in seinen Bauch. Mit großem Getöse fiel es in den Staub, nachdem es durch die letzte krampfhafte Bäumung den Reuter weggeschleudert hatte.

Dieser stand aber auch gleich wieder auf den Füßen und Schwert gegen Schwert wüthete. Die Panzer vereitelten Hieb und Stoß, an

ihrer Kraft brachen beider Klingen. Nur die Arme blieben den ergrimmten Kämpfern noch übrig. Den fabelhaften Riesen der Vorzeit gleich umschlangen sie sich damit, und geriethen auf das Eis eines kleinen Sees, der dort lag.

Der Tatarfürst schien an Nervengewalt seinem Feinde nicht nachzustehen, doch lebte ihm keine hohe Liebe daheim, in deren Anruf er seine Heldenkraft verdoppeln konnte. Allein vor Guidos Seele stand Inis segnendes Bild und neue Götterflammen strömten in seine Brust. Mit des Bildes Erscheinung lebte auch das Triumphgefühl in ihm auf. Es ward ihm ein Spiel, hoch den Tatar empor zu heben und ungestüm gegen die gefrorne Fläche zu werfen. Der Fall des Gepanzerten aufs Haupt war entscheidend, die Gebeine des Nackens waren zerschellt, weit glitt der Leichnam auf das klare Eis hin.

Guido nahm das zertrümmerte Schwert, den Panzer und eine Diamantkette, die an der Brust des Todten hing, alles an Ini zu senden. Die Europäer ließen Sieggesang ertönen, die Räuberhorden flehten um Gnade und lieferten die Waffen ab.

Man fand großen Raub im Lager, den Guido

unter die geplünderten Landleute vertheilen hieß. Edel genug waren seine Soldaten, nur Waffen sich zum Andenken des Tages zuzueigenen.