Sie langten im Hause des Wechslers an. Gelino übergab ein Schreiben; der Mann war
sehr höflich und rief einige Träger, welche schwere Goldsäcke auf einen Wagen luden. Der Lehrer sah alles nach, gab ihm Empfangscheine, und nahm dann mit seinem Zögling Platz auf dem Wagen.
Dieser hatte befremdet und nachdenkend zugesehn. Nun fragte er: Woher die großen Summen, und wozu? Gelino antwortete: Wir behalfen uns bisher mit geringen Kosten, doch in Paris und London wollen wir einigen Aufwand machen, damit du auch mit dem Leben des Reichthumes vertraut wirst.
Da empfange ich nur eine Auskunft, rief Guido. Woher, frage ich abermal, die großen Summen?
„Von dem nämlichen Wohlthäter, der dich bisher in den Stand setzte, die Welt reisend zu betrachten.“
O dieser Wohlthäter muß reich, sehr reich sein. Mein leichter Sinn fragte noch wenig darum. Was gilts aber, es ist der Kaiser selbst, dem ich so viele Zeichen der Milde verdanke?
„Ja mein junger Freund, es ist der Kaiser. Was er von dir hörte, besonders von deinen
Thaten im Heere, erwärmte sein Herz noch mehr für dich. Frage nicht weiter, genieße, und vor allen Dingen, lerne, begreife, mache dich der Güte ferner werth.“
Guidos Nachsinnen ward ernster. Einige Minuten darauf brach er aus: O daß ich keine Eltern kenne, und so süße Gefühle, wie die kindlichen, mir versagt wurden! Erst bei den Fündlingen erzogen, hernach unter deiner Leitung, die mich allerdings keinen Vater missen ließ, ahnte ich tiefere Empfindungen nicht. Allein, nachdem ich auf der Reise so oft das entzückende Schauspiel eines engen Familienbandes sah, beweinte ich im Stillen mein hartes Loos.
Gelino drückte ihm gerührt die Hand. Geduld mein Sohn, vielleicht findest du einst deinen Vater.