Ja! Minna wurde Gesellschafterin im Hause des Präsidenten Wernbach, ließ sich aber in einen sträflichen Umgang mit ihm ein – es ward ruchtbar. – Noch ein Glück, daß sie mit dem Kinde im Wochenbette starb. Die Präsidentin ließ sich scheiden.

»Das herrliche Mädchen und so ehrvergessen! In Gärten kann man aus der Blüthe die Frucht voraussehn, bei den Menschen nicht – Und ... und ...?«

Guter Bruder, ich ahne, was Du noch fragen willst.

»Du hast mein ganzes Vertrauen. Und Emma?«

Frage mich nicht. Die hast Du geliebt –

»Ich liebe sie noch, gute Wilhelmine! Hat sie keinen Mann – wie auch ihre Schönheit verblüht seyn mag, ich gebe ihr meine Hand!«

Dies – kannst Du nicht!

»Warum nicht? Ihre Armuth soll mich nicht zurückstoßen. Sie hat einst mein Herz reich an schönen Empfindungen gemacht, die im Zeitstrom nicht untergegangen sind. Ich habe kein andres Hoffen mehr, als Emma noch mein zu nennen.«

Dies kannst Du ... nein, frage mich nicht. Erkundige Dich bei Andern.

»Auch hier also warten entsetzliche Nachrichten auf mich? So gieb Du sie mir. Wen an Einem Tage schon so viele Dolche trafen, der ist auf Alles gefaßt.«