Und späterhin: Diesem Fräulein verdanke ich mein Leben; und das ist doch noch mehr, als ich Luisen einst zu verdanken hatte.

Nach gerade sah er heller, und so viel die herabgelassenen grünen Vorhänge es zuließen, prüfte er des Fräuleins Gestalt. Sie war höher als Luise, und ihr Ausdruck voll Adel und Anmuth. Die Gesichtszüge schienen ihm geistiger, bedeutender, aber nicht so heiter, wie er sich Luisens noch erinnerte; eine gewisse sanfte Schwermuth lag darin verbreitet, die er jedoch äußerst anziehend fand.

Einmal sagte er: Den Dichter, von dem Lisuarts poetische Versuche sind, möchte ich beneiden, weil Sie ihm so viel Nachsicht schenken. Und doch – kann ich ihn nicht beneiden. Wissen Sie ihn?

Sehr eilig rief Jene: Nein! Ist er Ihnen bekannt? Schon lange habe ich nach seinem Namen gefragt.

Dies Mal klang die Stimme dem Rittmeister heitrer, als sonst, und schien ihm ein wenig bekannt. Nun faßte er auch die Gesichtszüge schärfer ins Auge.

Mein Fräulein, hob er wieder an, sind ... sind Sie einmal in D*** gewesen? –

»Vor vier Jahren.«

Auf dem Ball bei ***?

»O Himmel!«

Die Gedichte an Luise wurden – an Sie geschrieben.