Die drei schönen Verschworenen verließen ihren Waldversteck und gingen den Burgweg viel vergnügter hinauf, als sie ihn heute morgen hinabgegangen waren. –
»Habt ihr es wirklich der Mühe wert gehalten, euch wieder einzufinden?« empfing Juliane die Heimkehrenden unsanft. »Der Tisch ist gedeckt, und ihr laßt mich warten und warten. Wo habt ihr euch wieder so lange umhergetrieben?«
»Wir waren in Neckargerach, Mutter! bei Konz Hornschuh,« sagte Richilde.
»Von da konntet ihr längst zurück sein,« hielt ihr die Mutter entgegen.
»Verzeiht, Frau Juliane! wir ruhten uns ein wenig im Walde, und da war ich unversehens eingeschlafen,« entschuldigte Hiltrud sich und ihre Freundinnen.
»Und dein Tüchlein im Rahmen lauert unterdessen vergeblich auf die Nadel der fleißigen Stickerin. Das gnädige Fräulein zieht es vor, im Walde zu liegen und zu schlafen,« versetzte Juliane mit scharfem Tadel. »Übrigens, was sagte Konz?« wandte sie sich wieder zu ihrer Tochter. »Wird er die Eier schicken?«
»Ja, morgen wird er sie schicken,« erwiderte Richilde.
»Morgen! ich habe sie heute verlangt!«
»Morgen, hattest du gesagt, Mutter!« versicherte Richilde.
»Du hast in deiner beliebten Zerstreutheit wie gewöhnlich wieder nur mit halbem Ohre gehört, was ich dir aufgetragen hatte; bist zu nichts zu gebrauchen!« schalt Juliane.