Auf der Mittelburg fand Sidonie den herzlichsten Empfang. Sie war Bliggers Nichte im dritten Grade, und alle hatten ihre Freude an dem schönen Mädchen, das mit seinem lustigen Wesen überall, wo es erschien, Licht und Leben um sich her verbreitete. Bligger brannte vor Begier, Sidoniens Botschaft zu vernehmen, aber diese wollte mit ihrer Bestellung warten, bis Hans und Konrad kämen, damit sie dieselbe nicht zwei-, dreimal auszurichten hätte.

»Wie geht es meiner vielwerten Feindin auf der Minneburg?« frug er jedoch.

»Sie ist wohlauf,« erwiderte Sidonie, »und wird jeden Tag einen Tag jünger.«

»Und haßt mich immer noch wie die leibhaftige Sünde, nicht wahr? während ich doch nur ihr Bestes will,« lachte Bligger.

»Ersteres glaube ich nicht, und letzteres glaubt sie nicht,« gab Sidonie zur Antwort.

»Glaubst du letzteres auch nicht?«

»Je nun, Ohm,« lächelte Sidonie, »du kannst es heute beweisen, wenn du die Bedingungen annimmst, die ich dir zu stellen habe.«

»Du sprichst ja, als wärst du ihr advocatus

»Bin ich auch.«