»So laß hören!«

»Wenn Ohm Hans kommt. – Ah, da ist er! Grüß Gott, Ohm Hans!« rief sie und sprang dem Eintretenden freudig entgegen. »Da bin ich als weißes Täubchen mit dem Ölblatt im Schnabel.«

»Und in was für einem Schnäbelchen!« lächelte Hans mit einem schmunzelnden Blick auf die vollen, roten Lippen des Mädchens. Er hielt ihre Hand fest und streichelte und klopfte sie, sehr vergnügt über Sidoniens Ankunft. »Kommst du allein?« frug er noch, »hast du die anderen beiden nicht mitgebracht als Zeugen und Eideshelfer?«

»Nein, Ohm Hans, ich komme allein als vollmächtiger Sendbote; in meiner Hand ruht Krieg und Frieden,« versetzte sie mit wichtiger Miene.

»In so holder Gestalt kann nur der Frieden kommen,« sprach eine Stimme hinter ihr. Es war Konrad, der unbemerkt eingetreten war, und mit dem sie sich nun auch aufs freundlichste begrüßte.

Darauf nahmen sie alle Platz und saßen im Kreise wie bei einem echten Ding der heiligen Fehme, bei dem Bligger der Freigraf, Sidonie der worthabende Freischöffe und die übrigen die Wissenden waren.

»Daß ich hier bin,« begann Sidonie, »verdankt ihr nur meiner Überredungskunst, denn ohne mich rühmen zu wollen, kann ich euch versichern, daß es mich viel Mühe gekostet hat, Frau Juliane zur Verhandlung mit euch zu bewegen.«

»Die Einleitung klingt nicht sehr friedlich,« warf Bligger dazwischen.

»Doch, Ohm Bligger! Juliane wünscht im Grunde ihres Herzens den Frieden mit euch mehr, als den Wald.«