»So denken wir auch,« sagte Hans, und Konrad nickte dazu.
»Darum liegt es jetzt nur an euch, eine vollkommene Versöhnung mit ihr herbeizuführen,« fuhr Sidonie fort. »Und wenn ihr auf meinen bescheidenen Rat nur ein klein wenig geben wollt, so bitte ich euch, ihr dabei freundlich entgegenzukommen und ihr den Schritt, den wir alle aufs innigste herbeisehnen, nicht durch lästige und demütigende Bedingungen zu erschweren. Bedenkt, sie ist eine zartbesaitete Frau und Witwe, die in Geschäften nicht erfahren ist und sich gegen euch hochmutgepanzerte, ränkevolle, trotzige Männer nur schlecht verteidigen kann.«
»Hoho!« lachte Bligger, »allen dank für die gute Meinung!« und verbeugte sich gegen Sidonie.
»Dafür hat sie an dir einen Fürsprecher, der ein ganzes Fähnlein gepanzerter Männer aufwiegt,« bemerkte Konrad mit dem Tone schmeichelhafter Anerkennung.
»Und ich stehe dir bei, Sidonie!« sagte Hans.
Frau Katharina, die mehr zuhören als mitreden wollte, warf ihrem ältesten Schwager einen dankbaren und aufmunternden Blick zu, und Ernst fühlte sich in seiner Beklemmung schon etwas erleichtert, denn er sah in Hansens Ausspruch den ersten Hoffnungsschimmer für das Zustandekommen eines friedlichen Vergleiches.
Aber Bligger frug ungeduldig: »Was verlangt Frau Juliane?«
»Nichts, als ihr gutes Recht,« erwiderte Sidonie. »Sie bietet euch die volle Pfandsumme, zweihundert Gulden, und verlangt dafür ihren Wald zurück ohne jede Einschränkung.«
»Hm!« machte Bligger, »das ist alles?«
»Ja, könnt ihr denn mehr verlangen, als daß sie euch die volle Schuld bezahlt?« frug Sidonie lebhaft. »Obenein ist es nicht etwa ein ihr geleistetes Darlehen, sondern das Lösegeld für einen Fang, der eurer Übermacht damals wohl nicht allzu schwer geworden ist.«