Sidonie folgte ihr, und die Männer blieben allein im Gemach, was Katharinas Absicht bei dem ihrer Nichte gemachten Vorschlage gewesen war, denn sie glaubte, daß jene unter sich, ohne Sidoniens Gegenwart, die weiteren Schritte in der Angelegenheit zu beraten wünschten.
Bligger war auf seinem Stuhle sitzengeblieben und starrte, die Arme über der Brust verschränkt, in tiefen Gedanken vor sich hin. Konrad stand am Fenster und schaute in das Tal hinab, während Hans und Ernst sich stets begegnend im Zimmer auf und ab gingen, beide, wie es schien, in erregter und verdrossener Stimmung. Niemand sprach ein Wort.
Endlich fing Hans an: »Ich verstehe nicht, Bligger, warum du noch zauderst. Du brauchst nur ja! zu sagen, und die Sache wäre abgemacht. Sidonie hat recht; wir können von Juliane wahrhaftig nicht mehr verlangen als sie uns bietet.«
Bligger schüttelte den Kopf und antwortete nicht.
Hans murrte: »Könnt' ich nur diesen unglücklichen Wald aus der Welt schaffen! ich wollte, er läge am Ebro statt am Neckar!«
»Dann hättest du nur einen um so weiteren Weg,« sagte Bligger ruhig, »denn hin mußt du doch wieder, und zwar morgen!«
Über Ernsts Gesicht glitt ein Strahl der Freude. Hans aber fuhr ärgerlich auf: »Was? ich? wozu ist denn Sidonie da?«
»Dazu, daß du sie begleitest, lieber Bruder,« erwiderte Bligger. »Sie kann nicht in unserem Namen mit Juliane verhandeln. Ich wünsche auch, daß du diesmal allein reitest, das heißt ohne Ernst.«
»Auch das noch!« rief Hans erschrocken.