»Ich soll nicht mitreiten, Vater?« frug Ernst.

»Nein! und Sidonie soll auch durch niemand anders, als durch mich erfahren, daß Hans sie begleiten wird,« sagte Bligger mit entschiedenem Tone. »Verstanden, Ernst?«

»Ja!« versetzte dieser mürrisch und verließ das Gemach mit einer getäuschten Hoffnung.

Auch Hans war unangenehm berührt von dieser Maßregel seines Bruders, deren Zweck er nicht einsah. »Was soll die Geheimnistuerei gegen Ernst?« sprach er unwirsch. »Er ist Manns genug, sich auch in solchen Dingen die Sporen zu verdienen.«

»Ich aber bin nicht sicher, ob er durch sein rasches Wesen nicht mehr verderben würde als gutmachen. Schon um dich trag' ich Sorge, daß du ganz in meinem Sinne handelst,« sagte Bligger.

»So reite doch selber nach der Minneburg oder Konrad, und verschont mich mit solchem Botendienst!« entgegnete Hans erregt.

»Hans!« lächelte Bligger verschmitzt, »wer ritte nicht gern zu einer schönen Frau! wenn man nur wüßte, wie man aufgenommen wird.«

»Nun, ich weiß es, wie ich aufgenommen bin, und habe an dem einen Male gerade genug,« erwiderte Hans.

»Das wird mit jedem Male besser werden,« meinte Bligger, »und früher, als Zeisolf noch lebte, machtest du sehr gern diesen Weg.«

»Das war auch –«