»Doch nicht etwa Zeisolfs wegen?« lachte Bligger.

Hans wandte sich ab und schwieg. Bligger aber fuhr fort: »Du hast es einmal angefangen, Hans, nun mußt du es auch durchführen und die Sache zu Ende bringen.«

»Angefangen!« knurrte Hans, »ich habe nichts angefangen. Ihr habt mir das hinter meinem Rücken eingebrockt und mich hineingehetzt, als hinge Leben und Seligkeit an diesem verdammten Walde! Er hat uns Geld genug eingebracht, und wenn es auf mich ankäme, so gäbe ich ihn Julianen zurück ohne dafür noch einen Pfennig von ihr anzunehmen.«

Bligger sah seinen Bruder groß an, und sein Blick wurde immer klarer und heiterer. Dann stand er auf, schlug Hans derb auf die Schulter und sagte: »Hans, das war ein verständiges Wort! morgen bringst du Julianen den Pfandbrief zurück.«

»Und wirfst ihn ihr zerrissen vor die Füße! nicht wahr? das wäre so deine Art, Frieden zu schließen,« höhnte Hans.

»Oder bietest ihn ihr kniend auf einem Samtkissen dar. Wie du willst, ganz wie du willst, Hans!« lächelte Bligger.

»Ist das Ernst oder Spott?« frug Hans stirnrunzelnd.

»Mein voller Ernst!« erwiderte Bligger.

Konrad wandte sich überrascht seinem älteren Bruder zu. Auch er hatte geglaubt, Bligger triebe nur seinen Spott mit Hans, und dieses etwas weitgehende Spiel dem Gutmütigen gegenüber im Herzen gemißbilligt. Um so erstaunter war er nun über Bliggers unzweideutige Versicherung, der das folgende mehr an ihn, als an Hans richtete, als er sprach: »Hans hat das richtige getroffen. Mit einer Frau streiten ist nicht rühmlich und führt zu keinem guten Ende. Wenn wir Juliane gegenüber großmütig sind und ihr den Wunsch über ihre Erwartung hinaus erfüllen, so ist sie entwaffnet, und ich hoffe, ihr Groll wird sich in Freundschaft verwandeln.«