»Mach mich nicht wild!« brauste Hans. »Wer spricht von Hochzeit?«
»Nun, nun, ich dachte nur so; ich kann's abwarten. Wann soll's denn losgehen? ich meine mit Bödigheim.«
»Übermorgen, drei Stunden vor Mittag, bei der Schmiedeschenke.«
»Donnerwetter! mit leerem Magen? aber ich komme!« sprach Engelhard.
»Mit leerem Magen,« wiederholte Hans und strich sich den seinigen. »Sage mal: habt ihr schon gegessen?«
»Er hat Hunger!« lachte Engelhard laut auf; »also sehr verliebt bist du nicht, Hans! Übrigens kommst du zur rechten Zeit; wir gehen gleich zu Tische. Meine Frau Schwiegermutter wird eine unbändige Freude haben, dich zu sehen.«
»Ach du lieber Gott!« stöhnte Hans, »an die hab' ich nicht gedacht; nun hab' ich keinen Hunger mehr.«
»Ja, das hilft nichts, Freund! die Schwiegermutter mußt du als Zukost mit hinunterwürgen; aber sei ruhig, wir spülen nachher mit ein paar guten Tropfen nach,« tröstete ihn Engelhard.
Als die beiden in das Hauptgemach zur Familie gingen, wurde Hans von der Burgfrau freundlich willkommen geheißen, und der Tisch stand gedeckt. Frau Margarethe von Handschuchsheim war nicht zugegen, und es hieß: wir müssen warten bis sie kommt; ohne sie dürfen wir nicht anfangen. Engelhard wechselte mit Hans einen verzweifelten Blick, den Frau Anna, des Ritters Gemahlin, bemerkte. »Sie ist spät aufgestanden und hat wieder ihr leidiges Kopfweh,« entschuldigte sie ihre Mutter.
»Ach ja, heut ist ja Mittwoch, da hat sie Kopfweh,« spottete Engelhard rücksichtslos. »Morgen ist sie gesund, und am Freitag kommt dann der Gliederschmerz an die Reihe.«