»Ich weiß, ich weiß,« erwiderte der Graf. »Aber unter diesen Umständen wäre es doch gut, wenn sie erführe, warum Hans Landschad sie eigentlich heiraten will oder heiraten soll.«

»Ich kann es ihr jetzt nicht mehr sagen.«

»Ihr nicht; aber ist nicht Eure Schwester, Frau von Erlickheim, mit der Rüdt befreundet?«

»Ich glaube wohl,« sprach Bödigheim; »ich überschreite die Schwelle meines Schwagers nicht.«

»Das wäre ja auch nicht nötig; Ihr könnt ja Eurer Schwester schreiben.«

»Meint Ihr?« erwiderte der andere. »Übrigens habe ich Grund zu vermuten, daß Elisabeth von der Sache weiß. Sie sandte mir kürzlich einen Wink, ich sollte mich sputen, mit Julianen ins reine zu kommen; ein anderer würbe um sie.«

»Und doch habt Ihr, von Eurer Schwester und mir zur Eile getrieben, so lange gezögert und gezaudert, bis Euch nun der andere zuvorgekommen ist? Unbegreiflich, unverantwortlich, Bödigheim!«

»Ich sehe es ein und bereue es, aber jetzt ist es zu spät.«

»Vielleicht noch nicht. Gleich setzt Euch und schreibt! Dort ist alles, was Ihr braucht; ich bestelle inzwischen einen Boten.«

So geschah es. Bödigheim schrieb einen Brief an seine Schwester, sie möchte Frau Rüdt von Kollenberg über das Recht der Hagestolze aufklären, und daß Hans Landschad sie nur darum heiraten wollte. Auch daß er mit seiner Werbung von Juliane rund abgewiesen war, teilte er der Schwester mit. Graf Philipp aber befahl einem Knechte, sich zu einem Botenritt nach Burg Stolzeneck bereitzumachen. –