»Das hatte ich schon vorher getan.«
»Schon vorher? sehr fürsorglich, Bödigheim!« lachte der Graf.
»Als ich zur Minneburg hinaufritt, kam der Landschad gerade herunter und prahlte mit seinem Glück und höhnte mich.«
»Und übermorgen wollt Ihr Euch mit ihm raufen?«
»Ja, übermorgen vormittag bei der Schmiedeschenke, und ich bitte Euch, Lauffen, daß Ihr dabei mein Zeuge seid. Ihr habt mir's versprochen, mir zu Diensten zu sein, wenn ich Eurer bedürfte.«
»Hm!« machte der Graf, »ich will mich Euch nicht versagen, Bödigheim; aber lieb ist mir's nicht, meinen Nachbarn, den Landschaden gegenüber. Tut mir wenigstens den Gefallen und schlagt ihn nicht ganz tot, wischt ihm eins aus, daß er auf ein paar Wochen genug hat, damit wir Zeit gewinnen. Kommt Zeit, kommt Rat.«
»Doch! ganz tot, mausetot schlage ich ihn, den Tölpel, den Bären!« schnob der Ergrimmte.
Der Graf schwieg ein Weilchen; dann sagte er: »Bödigheim, weiß Frau Rüdt etwas vom Hagestolzenrecht?«
Der Ritter zuckte die Achseln. »Ich war drauf und dran, sie danach zu fragen und sie darüber aufzuklären; aber Ihr hattet mir ja die Zunge gebunden.«