»So? das hoffst du? sieh mal an! Was hast du denn für Gründe zu solcher Hoffnung?« Ernst schlug die Augen nieder und schwieg. Hans aber sah ihn mit einem langen, aufmerksam prüfenden Blick an, denn es stieg ihm der Verdacht auf, den er nicht aussprechen mochte, weil er ihm selber zu unsinnig erschien. Doch frug er: »Wann hast du sie denn zuletzt gesehen?«

»Mit dir, Ohm, bei unserem Besuch auf der Minneburg; seitdem leider nicht.«

»Und die Rinke da an deinem Gürtel, die du jetzt immer trägst, die hast du von ihr?«

»Jawohl; sie gab sie mir, als sie den Reiher geschossen hatte. Das habe ich dir ja erzählt, und solch ein Andenken muß man doch in Ehren halten.«

»Freilich, freilich!« sagte Hans nachdenklich. Er wurde immer mißtrauischer. Sollte es denn wirklich menschenmöglich sein? Er mußte Gewißheit haben. »Ernst!« sprach er beide Fäuste in die Hüften stemmend mit lauter Stimme, »nicht wahr, verliebt bist du doch in Fräulein Richilde nicht?!«

»Ohm Hans, statt der Antwort eine Frage!« erwiderte Ernst errötend. »Hast du die Versöhnung mit Frau Rüdt von Kollenberg so gut, so vollständig zuwege gebracht, daß sie mir, wenn ich sie darum bäte, ihre Tochter zur Frau geben würde?«

Hans setzte sich, er sank förmlich in seinen Elensgeweihsessel und starrte den vor ihm Stehenden mit offenem Munde sprachlos an. »Junge!« rief er endlich, »du willst – heiraten?!« Er brachte das Wort kaum über die Lippen.

»Warum denn nicht?« lachte Ernst, »groß genug bin ich doch dazu.«

»Verrückt bist du!« schrie Hans.