An der Brust des in seinem Glücke schwelgenden Mannes ruhte das wonnedurchschauerte Weib, und in ihrem Liebesrausche merkten sie nichts davon, daß in diesem Augenblick eine dritte Mönchsgestalt den Kopf um die Ecke des Kreuzganges bog und sie belauschte. Sidonie war es. Sie sah in der Dämmerung noch deutlich genug, daß da zwei sich innig umschlungen hielten. »Alles in Ordnung; sie haben sich!« jubelte sie still und verschwand wieder.

»Hans,« frohlockte Juliane, »was werden sie im Neckartal sagen, wenn sie hören, daß wir uns heiraten?«

»Hei – heiraten?« frug Hans.

»Nun, was hindert uns denn noch? – wir sind ja einig – haben uns von Herzen lieb –«

»Ja, ja, – aber – – heiraten? – hm!«

»Hans!« rief Juliane und rückte ein Stück von ihm weg. »Was denkst du denn? – meinst du etwa –? Ach, ich vergaß, du närrischer Kauz! Deine Furcht vor der Ehe; die mußt du nun bezwingen.« Sie hatte den Arm wieder um seinen Nacken gelegt und lächelte ihm schelmisch zu.

Verlegen, schier ängstlich sah er sie an, und fast wie ein entsagungsvoller Seufzer klang es: »Muß ich? – geht es nicht anders, Juliane?«

»Nein! anders geht es nicht, Hans!« lachte sie.

»Du willst den Hagestolz zum Manne, zum angetrauten Manne haben?«