»Du mußt, Hans! es geht nicht anders, und es hängt zuviel davon ab.«

»Aber warum ich gerade? warum nicht du selbst oder Engelhard?« frug Hans in wachsender Erregung.

»Du wirst einsehen, daß du der einzige bist, der es vermag,« redete Bligger auf seinen Bruder ein. »Engelhard wollte es nicht übernehmen und kann es auch füglich nicht. Einer von uns Brüdern muß es tun. Mich läßt Juliane gar nicht ein, weil sie mich für ihren schlimmsten Feind hält. Konrad würde es auch nicht besser ergehen, und er taugt auch nicht recht dazu. Also mußt du dich wohl oder übel dazu bequemen, Hans, denn du hast dich mit den Rüdts immer am besten von uns gestanden.«

»Gib mir Bedenkzeit, ich will es mir überlegen,« erklärte Hans nach einigem Kampfe; »ich kann sie ja doch nicht ohne vorherige Ansage in ihrer Burg überzucken.«

»Was ist da noch zu überlegen?« sagte Bligger. »Freilich mußt du sie überzucken; das ist das Rechte. Du forderst zweihundert Gulden Lösegeld, und sie erhält Dorf und Wald zurück mit allem, was dazu gehört; aber den Wildbann behalten wir.«

»Unbilliges Verlangen!« versetzte Hans.

»Höre, was sie sagt,« erwiderte Bligger. »Danach reden wir weiter.«

Hans schüttelte den Kopf. »Darauf kann sie nicht eingehen.«

»Mir ist es auch weniger um den Wald zu tun, als um Frieden und Freundschaft mit Frau Juliane.«