»Und die glaubst du mit so schweren Bedingungen zu gewinnen?«

»Wir lassen allmählich mehr und mehr davon nach und kommen endlich allen ihren Wünschen entgegen,« versetzte Bligger. »Du mußt nur dafür sorgen, daß sich die Verhandlungen etwas in die Länge ziehen, damit wir Zeit und Gelegenheit haben, mit Juliane wieder auf guten Fuß zu kommen. Rücke und räume dich nur erst selbst wieder warm bei ihr ein, und dann vermittelst du die Versöhnung deiner wiedergewonnenen Freundin mit uns.«

»Kann ich Ernst dazu mitnehmen?« frug Hans.

»Ist das sein eigener Wunsch?« war Bliggers rasche Gegenfrage.

»Schwerlich! wir haben nicht darüber gesprochen,« erwiderte Hans. »Wie konnt' ich denn ahnen, was ihr hinter meinem Rücken über mich verhängt habt?«

»Mir deucht, es soll keinem von uns gereuen,« sprach Bligger. »Nimm Ernst mit, und – wann reitest du?«

»Wenn's denn sein muß, – morgen.«

»Morgen! recht so! und alles Glück auf den Weg!« sagte Bligger.

Hans begab sich auf seine kleine, schwindelhoch über dem steilen Abgrund hängende Burg Schadeck zurück, setzte sich dort in seinen Sessel, dessen Rücken- und Armlehnen aus starken Elensgeweihen gebildet waren, und versank, den Kopf in die Hand gestützt, in tiefes Nachdenken.