»Mit anderen Worten: Ihr wollt für fünfzig Gulden, die Ihr von der Schuld abstreicht, in meinem Walde, schier unter meinen Augen pirschen und jagen können. Nein, Junker Hans! das wäre von meinen Wünschen sehr weit entfernt,« erklärte sie mit hohnlachender Gereiztheit.
»Was soll Euch das Waidrecht? Ihr übt es ja doch nicht aus,« stellte ihr Hans begütigend vor.
»Das weiß Junker Ernst besser,« erwiderte sie.
»Was Fräulein Richilde mit der Armbrust schießt, soll künftig ungebüßt bleiben,« sprach Ernst.
»Also für Reiherfedern wäre gesorgt,« lachte Sidonie.
»Wir wollen sie aber nicht geschenkt haben,« sagte Juliane.
»Ich wäre glücklich, wenn ich Euch so viel liefern dürfte, wie Ihr gebraucht,« erbot sich Ernst.
»Bemüht Euch nicht, Junker Ernst!« wies ihn Juliane herb zurück. »Wir erbeuten sie uns lieber selbst, und drüben im Reiherwald, wo niemand uns pfänden kann, haben wir deren genug.«
»Ist die Zurückbehaltung des Wildbannes das einzige, was Euch an unserem Vorschlage mißfällt, gnädige Frau?« frug Hans.
»Euer ganzer Vorschlag kommt mir so unerwartet, daß ich über Einzelnes dabei noch gar nicht nachgedacht habe,« erwiderte Juliane.