Als Ernst von der Leiter wieder herabstieg, fing er einen freundlichen Blick Richildens auf, die ihre Schnalle schon bei seinem Eintritt an seinem Gürtel entdeckt hatte.

Sidonien aber war es mit dem kleinen Zwischenspiel glücklich gelungen, einen Sturmausbruch Julianens gegen ihre Tochter in Gegenwart der Gäste zu verhüten.

»Ihr hattet keine Kunde von unserem Kommen, gnädige Frau?« nahm Hans das Gespräch mit Juliane wieder auf.

»Ihr meint, weil Ihr das Tor nicht geschlossen und die Brücke nicht aufgezogen fandet,« entgegnete sie schlagfertig.

»Nein,« sprach er gelassen, aber mit einem lustigen Augenzwinkern, »ich dachte, diese festliche Bekränzung geschähe uns zu Ehren und gehörte zu den Vorbereitungen eines huldreichen Empfanges, bei denen wir Euch leider zu früh überrascht haben.«

In Juliane wallte es zornig auf. Wollte er sie in ihren eigenen Ringmauern zum besten haben? Sie kräuselte die Lippen und sagte hochmütig: »Zu früh seid Ihr nicht gekommen, Junker Hans, und noch viel weniger zu spät. Für die Herren Landschaden werden auf der Minneburg keine Kränze gewunden.«

»Und ich bin doch mit den besten Absichten zu Euch gekommen,« erwiderte er gutmütig und im Ton eines leisen Vorwurfs.

»Mit den besten Absichten!« sprach sie ihm bitter nach. »Sieh da, fast hätt' ich's vergessen; ein Handel führt Euch her. Nun, was verlangt Euer Bruder Bligger für den verpfändeten Wald?«

»Nicht die volle Pfandsumme; – hundertundfünfzig Gulden, wenn Ihr uns den Wildbann darin belassen wollt.«