»Albrecht, du bist abscheulich!« sprach sie und fing an zu schluchzen. »Du hast kein Vertrauen zu mir, du hast mich nicht mehr lieb; sonst könntest du nicht so hartherzig sein und mich vergeblich bitten lassen. O ich arme, unglückliche Frau!« Sie wandte sich von ihm weg, verhüllte das Gesicht und weinte wirkliche Tränen.

»Ein rechtes Närrchen bist du!« lachte Albrecht, »komm mal her!«

»Nein! ich komme nicht, ehe du nicht versprichst, mir alles zu gestehen,« schmollte sie. »Laß mich!« wehrte sie ihn ab, als er sie umfangen wollte.

»Dann kann ich dir nicht helfen,« versetzte er ruhig und tat so, als ob er das Zimmer verlassen wollte.

Da sprang sie schnell herum, hatte im Nu die Arme um seinen Nacken geschlungen, blickte mit ihren sammetweichen, feuchtschimmernden Augen tief innig in die seinen und bat und flehte: »Albrecht, lieber, guter Herzensmann! sage mir's doch! Sieh', du kennst mein Herz bis in seine kleinsten Falten, nie habe ich dir das geringste verschwiegen und verhohlen; wie kannst du nun so grausam sein, vor mir etwas zu verbergen? Wie hoch soll ich schwören, daß ich's keiner, keiner Menschenseele wiedersagen will?«

Er drückte sie zärtlich an sich, küßte sie auf ihr duftiges, braunes Haar und sagte »Liebes Herzenskind! ich kann es doch nun einmal nicht; finde dich darein!«

Rasch machte sie sich von ihm los. »Du willst nicht? Du willst wirklich nicht?« sprach sie in einem plötzlich ganz veränderten, keck herausfordernden Tone, »gut, so will ich dir nur sagen, daß ich schon alles weiß!«

»So! und woher, wenn ich fragen darf?«

»Ich habe gehorcht.«