Als Albrecht, der den Freund in den Burghof hinabbegleitet hatte, zurückkam, wartete Elisabeth ein Weilchen, ob er den Mund öffnen und beichten würde. Da dies aber nicht geschah, begann sie: »Nun, Albrecht? Du schweigst? willst du mir nicht sagen, was Engelhard hergeführt hat?«

»Nein, Liebchen!« erwiderte er, »ich darf es nicht, so gern ich's auch täte.«

»Nun, du weißt doch wohl, daß ich schweigen kann.«

»Gewiß; aber ich kann es auch.«

»Deiner Frau darfst du nichts verschweigen.«

»Ausgenommen, wenn ich es einem anderen versprochen habe.«

»Das wäre ein höchst törichtes Versprechen, ein mich im höchsten Grade beleidigendes Versprechen. Mann und Frau sind eins, und keiner darf vor dem anderen ein Geheimnis haben,« sagte Elisabeth schon etwas erregt.

»Kein eigenes,« erwiderte Albrecht, »aber ein fremdes?«

»Auch kein fremdes. Ich muß es wissen, und ich will es wissen! da gilt keine Ausrede. Du mußt es mir sagen! unter allen Umständen. Ich verlange es, Albrecht, und ich habe ein Recht, es zu verlangen!« rief sie unwillig und stampfte mit den Füßen auf den Boden.

»Kleiner Trotzkopf!« lächelte er, »wie willst du mich denn zwingen?«