»Bis an die Elbe will ich dich auch nicht bringen,« erwiderte Hoyer. »Nur eine kleine Strecke will ich dich begleiten, muß einmal wieder in den Sattel und fühle mich jetzt gesund und kräftig genug dazu. Wann willst du abreiten?«
»In dieser Stunde noch, wenn es Euch genehm ist,« entgegnete Eike erleichtert aufatmend. »Mein Mantelsack ist gepackt und mein Pferd bestellt.«
»Und wann gedenkst du wiederzukommen?«
Diese verfängliche und doch so natürliche Frage trieb den eben erst aus einer schlimmen Verlegenheit Entschlüpften aufs neue in die Enge. »Wann ich wiederkomme, – ja – das – das hängt von den Umständen ab, das kann ich auch nicht annähernd bestimmen, muß zu Hause einen ganzen Stapel von losen Blättern und Zetteln durchmustern, und das wird wohl mehrere Tage in Anspruch nehmen,« gab er stockend zur Antwort.
»So so! hm!« machte der Graf kopfschüttelnd. »Na, dann also vorwärts! ich werde mich zum Aufsitzen bereit machen.«
Als sie sich eine halbe Stunde später auf dem Burghof trafen, wo die Pferde ihrer schon harrten, richtete der Graf dem sehr ernst gestimmten Freunde aus: »Meine Frau läßt sich entschuldigen, weil sie noch in ihrem schlichtesten Morgengewand ist. Ich habe ihr gesagt, daß und warum du uns auf einige Tage verlassen müßtest. Sie wünscht dir mit ihrem besten Reisesegen glückliche Fahrt.«
Dann schwangen sie sich in die Bügel, und Eike ritt mit dem Grafen ab, weil er nicht zum Schelmen an ihm werden wollte.
Unten im Tale blickte er noch einmal zur Burg empor, aber kein Schleier, kein Tuch winkte ihm von oben einen Abschiedsgruß zu.