»Weil sieben eine heilige Zahl ist. Sieben Sakramente gibt es, sieben Todsünden, sieben Planeten, sieben Weltwunder und sieben freie Künste. Sieben Tage hat die Woche und sieben Heerschilde das Lehnrecht,« dozierte er großartig.

»Der gut abgerichtete Klosterschüler spukt dir noch im Kopfe, Fred, aber von dem Rechtsklitterer scheinst du doch auch was gelernt zu haben,« hänselte ihn Melissa.

»Mehr als mich verlangte,« lachte er. »Also gilt's? sieben Küsse! Wenn er von heute binnen zweimal sieben Nächten nicht hier ist, hab ich die Wette gewonnen.«

»Meinetwegen!«

»Topp!« sagte Wilfred, »er kommt nicht.«

»Topp! er kommt,« behauptete die Streitlustige.

Er hielt ihr die Hand hin, und Melissa schlug ein.

»Was habt ihr euch denn so feierlich gelobt?« fragte herzutretend Goswig, der, hinter einer Säule des Brunnens verborgen, die miteinander Tuschelnden heimlich beobachtet hatte. »Wollt ihr freien? Du hast nichts, und sie hat auch nichts als ihr hübsches Lärvchen und ihr schnippisches Schleckermäulchen.«

»Aber viel mehr Verstand als unter einer gewissen Marderpelzmütze zu finden ist,« trumpfte Melissa den sich ungerufen Einmischenden ab, der von der Wette und ihrem Preise glücklicherweise nichts gehört hatte.

»Wir haben gewettet,« fügte Wilfred hinzu, »ob einer, den wir kennen, abends nach dem vierten oder fünften Kruge Bier noch Mann und Weib voneinander unterscheiden kann.«