»Laßt's doch einmal drauf ankommen, ihr beiden!« knurrte der Alte und zog sich beleidigt in seinen Schmollwinkel, das Torstübchen, zurück. –

Dem Grafen Hoyer wurde Eikes Abwesenheit, je länger sie währte, je unverständlicher, denn er konnte sie auf keine Weise mit der ihm dargelegten Absicht des Freundes in Einklang bringen. Nun ließ es ihm keine Ruhe mehr; er wollte wissen, was dahinter steckte. Vielleicht konnte ihm Wilfred Auskunft geben. Sofort beschickte er den Schreibgehilfen seines beurlaubten Gastes, um aus ihm eine Deutung von Eikes Verschwinden herauszupressen.

Wilfred, der immer ein gebrochen Schwert und nie ein ganz reines Gewissen hatte, erschien mit ängstlich klopfendem Hasenherzen vor dem gestrengen Burgherrn und war auf manches gefaßt, nur nicht auf etwas Erfreuliches.

Der Graf stellte jedoch in einem fast gnädigen Ton die Frage an ihn: »Wilfred, hat dir Herr von Repgow Näheres über die Zeit seiner Wiederkehr gesagt?«

»Nein, Herr Graf! er wollte sich nur noch einige Schriftstücke für sein herrliches Gesetzbuch holen,« entgegnete Wilfred.

»Ganz recht,« sprach der Graf, »aber davon könnte er doch längst wieder hier sein.«

»Das hab' ich mir auch schon gedacht.«

»So! Du auch, – und was denkst du dir sonst noch?«

Wilfred zuckte die Achseln und erwiderte: »Nichts, Herr Graf! mich hat Herr von Repgow nicht ins Vertrauen gezogen.«